Das Auktionsgeschäft schwächelt, also soll Neuware her: Hersteller haben auf ebay.de nun ihren eigenen Markenwelten-Bereich. Mitte Juni wird der Online-Marktplatz weiter umgebaut.

Bellybutton, Blaupunkt, Dualit, Einhorn, Hudson, Kunert, Medion, Schmidt Spiele, Speedo und Triumph machen den Anfang: Das Auktionshaus Ebay baut nun auch in Deutschland sein Neuwaren-Sortiment mit Marken-Shops weiter aus. Ab sofort können sich Hersteller unter www.ebay.de/wow mit ihrer eigenen Markenwelt präsentieren. Zu Beginn wird es einen eigenen Fashion-Bereich und einen Lifestyle-Bereich geben, der die Shops aus den Branchen Unterhaltungselektronik und Haushaltswaren umfasst.

Als Konkurrenz zu anderen Ebay-Händlern will der Internet-Auktionator das neue Angebot indes nicht verstanden wissen: „Die neuen Markenshops bieten Herstellern und Markeninhabern eine flexible Plattform, die insbesondere für den Abverkauf von Vorsaisonware und Lagerüberhängen ideal ist“, beschwichtigt Dr. Stephan Zoll, Geschäftsführer der Ebay Advertising Group GmbH und verantwortlich für den Vertrieb bei Ebay in Deutschland. „So übertragen wir den Trend des Outlet-Shopping auf den Ebay-Marktplatz.“

Festpreis oder Auktion im Markenshop

In den Markenshops können die Hersteller ihre Waren zum Festpreis oder im Auktionsformat anbieten: „Durch diesen für Ebay charakteristischen Format-Mix kann sowohl Preis- als auch Absatzgarantie gewährleistet werden – je nachdem, was gewünscht ist“, umwirbt Zoll die Hersteller. In den Markenshops hätten die Hersteller Kontrolle über die Preisgestaltung wie auch die Präsentation ihrer Waren. Darüber hinaus könnten sie frei entscheiden, ob sie ihren Shop bei Ebay durchgehend über das ganze Jahr, saisonal oder kampagnenbezogen für den Warenverkauf nutzen möchten.

Der Schwerpunkt der neuen Markenshops liegt zunächst auf den Bereichen Kleidung und Accessoires, Unterhaltungselektronik sowie Haushaltswaren. "Die neuen Markenshops kommen sowohl den Ebay-Käufern als auch den Verkäufern zu Gute", ist der Ebay-Mann überzeugt. "Käufer können sich über noch mehr hochwertige Waren zu günstigen Preisen freuen und Verkäufer profitieren von einer insgesamt noch höheren Attraktivität des Ebay-Marktplatzes.“

Weitere Umbaumaßnahmen im Sommer

Foto: Ebay
Foto: Ebay
Ebay hat weitere Umbaumaßnahmen angekündigt, die im Juni „live“ gehen sollen. So erscheint beispielsweise die Ebay-Artikelseite künftig in einem neu strukturierten Layout, das durch größere und bessere Bilder, Echtzeit-Countdown für Auktionen und eine vereinfachte Bieten- und Kaufen-Funktion die Seite insgesamt ansprechender machen sollen.

Im oberen Bereich werden Informationen wie Artikelzustand, Artikelstandort, Bewertung des Verkäufers, akzeptierte Zahlungsmethoden, Käuferschutz und Versandinformationen angezeigt. Hinzu kommen allgemeine Informationen über ein bestimmtes Produkt sowie Testberichte und die jeweils verfügbaren Artikel auf Ebay.

Verkäufer sollen künftig ein Produkt auch in mehreren Varianten wie etwa unterschiedliche Farben, Größen oder Materialien als „Sofort Kaufen“-Angebot einstellen können.  Auch der Versandstatus und die Sendungsnummer wird den Käufern künftig angezeigt, damit er über den aktuellen Stand seiner Lieferung informiert ist. Ebay stellt seinen Verkäufern zudem eine Vorlage für häufig gestellte Fragen zur Verfügung, damit diese nicht immer die gleichen Fragen per Mail beantworten müssen.

Ebay managt Retouren und fordert kostenlosen Versand

Von Mitte Juni an unterstützt Ebay die Verkäufer auch beim Rückgabeprozess: Der Käufer kann die Adresse und den Rücksendeschein des Verkäufers ausdrucken: dieser Rücksendeschein soll  die Identifizierung und Zuordnung der Retouren beim Händler sowie die Rückerstattung des Kaufpreises erleichtern.

Eine Neuerung könnte unterdessen noch für reichlich Diskussionen sorgen: In einigen Unterkategorien wird der kostenlose Versand künftig Pflicht. „Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen“, erläuterte Unternehmenssprecherin Maike Fuest im Gespräch mit Der Handel (im Sonderheft "Online Handel." Ausgabe 1/2009). „Vor diesem Hintergrund müssen Verkäufer von Mitte Juni an in einigen Unterkategorien den kostenlosen Versand als erste nationale Versandart anbieten.“

Dies soll unter anderem für Bereiche wie Audio und HiFi, Handys sowie PC- und Videospiele gelten. „Der kostenlose Versand wird in einigen Kategorien von immer mehr Online-Händlern angeboten“, argumentiert Fuest. „Somit hat er sich dort als Marktstandard durchgesetzt.“