Das Auktionshaus Ebay will die Wirtschafts- und Finanzkrise nutzen, um Kleinanzeigenportale zu kaufen.

Das Online-Auktionshaus eBay will seine Aktivitäten im Kleinanzeigengeschäft ausdehnen. Das Internet-Auktionshaus werde in den kommenden sechs Monaten einige Anbieter von Kleinanzeigenportalen übernehmen, sagte Jacob Aqraou, Geschäftsführer von eBays Kleinanzeigensparte, dem Wall Street Journal.

Angesichts der schwächelndenWirtschaft und der Finanzkrise seien private Unternehmen niedrig bewertet. Damit biete sich eine günstige Gelegenheit, etablierte Kleinanzeigenportale zu übernehmen, statt selbst eigene Dienste aufzubauen.

eBay fokussiere sich  vornehmlich auf Unternehmen, deren Angebote eine führende Rolle in Regionen oder Branchen spielten, in denen eBay bisher nicht vertreten sei, sagte Aqraou. Der Fokus liege dabei auf Skandinavien und Osteuropa. Bereits in den kommenden Wochen könnten erste Übernahmen mitgeteilt werden. Im August hatte eBay bereits Übernahmeverhandlungen mit der koreanischen E-Commerce-Plattform Gmarket bekannt gegeben.

Belebende Impulse durch Kleinanzeigen

Vom dem Engagement im Kleinanzeigengeschäft erhofft sich der Internetriese belebende Impulse, da das Kerngeschäft der Internet-Auktionen trotz hoher Wachstumsraten zuletzt nur noch wenig Begeisterung an der Wall Street auslösen konnte. Die eBay-Aktie hat entsprechend in diesem Jahr bereits einiges an Wert eingebüßt. Kleine Händler und Privatanbieter wenden sich zudem mitterlweile auch anderen Plattformen im Web wie etwa Kleinanzeigenportalen zu.

Das Online-Auktionshaus hat bereits 25 Prozent der Anteile am größten amerikanischen Kleinanzeigenportal Craigslist. Im vergangenen Jahr ging eBay in den USA mit den Anzeigenportal Kijiji ins Netz, mit dem es zuvor schon in Deutschland und weiterem Ländern aktiv war. Darüber hinaus gehören die deutsche Plattform mobile.de und der niederländische Marktplaats zum eBay-Konzern.