Schwere Zeiten für Peter Simmel: Der Edeka-Aufsichtsratschef will laut Medienberichten in den kommenden Wochen zurücktreten.

Derzeit werde ein Nachfolger gesucht, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) in ihrer heutigen Ausgabe. Dem Vernehmen nach soll bis spätestens Mitte Februar eine Lösung gefunden werden.

Simmel war im vergangenen Jahr die Bespitzelung von Mitarbeitern vorgeworfen worden. Zwei Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Rechtsanwaltskanzlei KKP Köning & Partner hatten ihn jedoch entlastet. Jörg Lauenroth-Mago, Fachbereichsleiter Handel von Verdi-Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) hatte allerdings die Objektivität der Gutachten angezweifelt, die der Begutachtete bestellt und bezahlt hat.

Strafanzeige gestellt

Der Gewerkschaftsfunkitionär stellte bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz (Simmels Firmensitz ist im sächsischen Grünau) Strafanzeige. Außerdem wurde die Deutsche Rentenversicherungsanstalt in Leipzig zu einer Überprüfung von Simmels Unternehmen aufgefordert.

Simmel betreibt 32 Edeka-Märkte in Sachsen, Thüringen und Bayern mit rund 1.000 Beschäftigten.