Die größte Regionalgesellschaft der Genossenschaft will zu einer Stiftung werden, damit sich kein Finanzinvestor einschleichen kann.

Die größte Regionalgesellschaft des Lebensmittelhändlers Edeka schützt sich mit neuen Firmenstrukturen gegen die Übernahme durch so genannte Heuschrecken. Die Edeka Minden-Hannover Holding GmbH will den Geschäftsbetrieb auf eine Stiftung übertragen, um das Vermögen gegen unseriöse Finanzinvestoren abzusichern.

"Die Konstruktion der Stiftung & Co KG sichert das genossenschaftliche Vermögen vor dem Zugriff Außenstehender und erschwert eine Liquidation", teilte das Handelsunternehmen am Dienstag in Minden mit. "Frühere Beispiele aus der Branche zeigen, dass es bereits Übernahmeinteressen von Finanzinvestoren bei Wettbewerbern gegeben hat."

Spektakulärer Übernahmeversuch bei Rewe

Vor knapp zwei Jahren war beim Edeka-Konkurrenten Rewe ein spektakulärer Übernahmeversuch von Finanzinvestoren gescheitert: Der Kölner Handelskonzern hatte damals Kaufinteressenten mit milliardenschweren Zerschlagungsplänen einen Korb gegeben.

Die Edeka Minden-Hannover Holding weist aktuell 330 Millionen Euro Eigenkapital aus, ohne stille Reserven. Die Umwandlung in eine Stiftung stärke die Position des Unternehmens bei Verhandlungen mit Banken und seriösen Investoren, hieß es. Alle vorhandenen stillen Reserven würden dann veröffentlicht. Damit werde in der Unternehmensbilanz ein deutliches höheres Eigenkapitel sichtbar.

Die Edeka Minden-Hannover ist mit einem Umsatz von 5,3 Milliarden Euro (2007), 24 000 Mitarbeitern und etwa 1550 Filialen die größte regionale Edeka-Handelsgesellschaft.