Auf dem Lebensmittelmarkt wird es noch enger. Edeka übernimmt die letzten Filialen von Tengelmann. Allerdings muss den Deal das Bundeskartellamt noch genehmigen. Das könnte spannend werden. (Aktualisiert)

Der Konzentrationsprozess im deutschen Lebensmittelhandel geht weiter. Das Mülheimer Handelsunternehmen Tengelmann kündigte am Dienstag an, es werde seine verbliebenen rund 451 Kaiser's Tengelmann-Supermärkte Mitte 2015 an den Marktführer Edeka abgeben. Das Supermarktgeschäft schreibt nach Unternehmensangaben seit Jahren rote Zahlen.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub sagte: "Wir sehen leider keine Perspektive mehr, unsere Supermärkte aus eigener Kraft zu einem profitablen Unternehmen zu machen." Mit einem Marktanteil von nur 0,6 Prozent sei das Unternehmen zu klein, um sich am Markt behaupten zu können. Außerdem übernimmt Edeka die Online-Tochter Tengelmann E-Stores, zu der die Internethändler Plus.de und Garten XXL.de gehören. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben. Tengelmann ist mit seinen Supermärkten vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin vertreten.

Für das Mülheimer Familienunternehmen selbst sind längst andere Sparten viel wichtiger als das Supermarktgeschäft - etwa die konzerneigene Textil-Discount-Kette KiK und die Obi-Heimwerkermärkte. Außerdem war Tengelmann unter Haubs Führung einer der Vorreiter beim Ausbau des Onlinehandels. So gehört zur Unternehmensgruppe der Onlinehändler baby-markt.de. Aber auch am Börsen-Neuling Zalando ist Tengelmann seit geraumer Zeit beteiligt.

Das Kartellamt muss der Übernahme durch Edeka allerdings noch zustimmen. Das ist kein Selbstläufer. Denn die Wettbewerbsbehörde hatte angesichts der Marktkonzentration im Lebensmittelhandel erst vor wenigen Tagen angekündigt, künftig jeden Erwerb eines Lebensmitteleinzelhändlers durch die Marktführer wie Edeka oder Rewe einer vertieften Prüfung zu unterziehen.

Eine Studie der Wettbewerbshüter hatte zuvor ergeben, dass die vier größten Spieler im deutschen Lebensmitteleinzelhandel - Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit den Lidl-Märkten und Kaufland - inzwischen zusammen auf einen Marktanteil von rund 85 Prozent kommen.
Die Behörde müsse deshalb "einer weiteren Verschlechterung der Wettbewerbsverhältnisse konsequent entgegenwirken", folgerte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.