Mehr Umsatz, mehr Läden, mehr Fläche: Edeka ist im Jahr 2011 so stark gewachsen wie noch nie zuvor. Und der Lebensmittelhändler will weiter investieren.

Der führende deutsche Lebensmittelhändler Edeka hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro gesteigert. Die 4.500 selbstständigen Einzelhändler unter dem Edeka-Dach legten um 8,8 Prozent auf 20 Milliarden Euro zu. Auf vergleichbarer Fläche betrug der Anstieg 3,6 Prozent, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit.

Die zweite Säule des Geschäfts, die Discount-Kette Netto, erreichte eine Steigerung von 3,3 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Im Jahresverlauf wurde das Nettofilialnetz um 244 auf insgesamt 4.090 Standorte ausgeweitet. In diesem Jahr will Edeka weitere Netto-Filialen eröffnen sowie die bestehenden Läden optimieren.

Investitionssumme wird erhöht

Edeka will insgesamt seine Investitionen steigern, um die Struktur der Märkte, die Logistik und die Informationstechnik zu modernisieren. "Im Jahr 2012 werden wir rund 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau und in die Modernisierung unserer Handels-Infrastruktur investieren", kündigte der Vorstandsvorsitzende Markus Mosa an. Im vergangenen Jahr hatte Edeka rund 1,2 Milliarden Euro investiert.

2011 wurden mehr als 190 neue 190 Lebensmittelmärkte eröffnet, der Großteil von ihnen in der Verantwortung selbstständiger Kaufleute. Zahlreiche Standorte wurden modernisiert und erweitert. Die Verkaufsfläche stieg erstmals auf mehr als 10 Millionen Quadratmeter.

Darüber hinaus wurden fünf SB-Warenhäuser und sechs C+C-Großmärkte der Ratio-Handelsgruppe sowie rund 200 ehemalige trinkgut-Getränkefachmärkte erfolgreich in die regionalen Vertriebsstrukturen integriert, teilt Edeka mit.

Keine Aussagen zu Preisen

Zu den Preisen im Einzelhandel ließ sich Vorstand Gert Schambach keine eindeutige Aussage entlocken. Einige Produkte könnten wegen höherer Kosten teurer werden. Bei anderen seien die Rohstoffkosten nach den Spitzenwerten im vergangenen Jahr wieder rückläufig, so dass sie auch billiger werden könnten - wie zum Beispiel Kaffee.

Angesichts des harten Wettbewerbs im Lebensmittel-Einzelhandel könnten die Kunden jedoch sicher sein, dass Kostensenkungen auch bei den Endverbrauchern ankommen würden. Das Kartellamt hat sich verschiedentlich mit der Branche auseinandergesetzt. Die vier größten Handelsunternehmen vereinen inzwischen rund 85 Prozent des Absatzmarktes in Deutschland auf sich. Das führt unter anderem zu einer großen Einkaufsmacht.