Er war zwar nicht der Wunschkandidat des Aufsichtsratschefs, wohl aber vom Besitzer: Andrew Jennings ist als neuer Vorstandschef von Karstadt vorgesehen und soll Anfang 2011 seinen Job antreten. Er hat nicht nur Freunde in der Branche.

Der frühere Woolworths-Manager Andrew Jennings soll der neue Vorstandschef von Karstadt werden. Laut einem Bericht des "Manager-Magazins" soll der 62 Jahre alte Manager Anfang 2011 den bisherigen Geschäftsführer von Karstadt Thomas Fox (53) ablösen.

Offiziell bestellt werde Jennings auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 16. Dezember, schreibt das Magazin. Mit Jennings solle dann auch die Besetzung der noch offenen Position des Chief Operating Officers abgestimmt werden. Offiziell bestellt werde Jennings auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 16. Dezember, heißt es in dem Bericht.

Caparros wollte Kenner des deutschen Handels

Der gebürtige Brite sei der Wunschkandidat des Karstadt-Eigentümers Nicolas Berggruen. Alain Caparros, hauptamtlicher Vorstandschef des Handelskonzerns Rewe und seit neuestem auch Aufsichtsratsvorsitzender des Warenhauskonzerns, hätte ursprünglich einen Kenner des deutschen Handels verpflichten wollen.

Jennings Ruf ist nicht gerade gut. Anfang dieses Jahres beendete er seine berufliche Laufbahn als CEO von Woolworths-Südafrika - offenbar nicht zum Leidwesen seiner Kollegen: "Er ist der schwierigste Mann, mit dem ich je gearbeitet habe", sagte der frühere CEO von Woolworths-Südafrika, Simon Susman, in einem Interview. Laut "Manager Magazin" spricht Jennings kein Deutsch.

Keine weiteren Investitionen

Caparros musste nicht nur in der Chef-Personalie des neuen Chefs eine Niederlage quittieren. Das "Manager Magazin" schreibt weiter, dass Berggruen entgegen dem Wunsch des Franzosen kein weiteres Geld in Karstadt stecken will.
 
Thomas Fox hatte vor einigen Wochen "Der Handel" gesagt, es würde in den nächsten vier Jahren 400 Millionen Euro in das Unternehmen investiert.

Dieses Geld sollte aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden, versicherte Fox. "Frisches Geld" von Berggruen habe es lediglich dafür gegeben, um die Masseverbindlichkeiten von Karstadt zu tilgen. Summa summarum sei hier der Betrag von 70 Millionen Euro zustande gekommen. Dieses Geld "ist nie für ein Investitionsprogramm vorgesehen gewesen", betonte der Interimsgeschäftsführer.