Wer sogar von der Kanzlerin gerügt wird, wird bescheidener: Der seit heute ehemalige Arcandor-Chef Eick verzichtet auf einige Millionen Euro seiner Abfindung - zugunsten der Mitarbeiter. 

Karl-Gerhard Eick will einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Mittwoch) zufolge einen Teil seiner Abfindung spenden. Eick sagte der Zeitung, er wolle bis zu fünf Millionen Euro für Mitarbeiter des Arcandor-Konzerns spenden, um soziale Härten wegen der Insolvenz abzufedern.

Denkbar sei, dass unter anderem behinderte Menschen sowie andere sozial bedürftige Mitarbeiter unterstützt werden. Das Geld könne zunächst in einen neugegründeten Fonds fließen und anschließend an die Mitarbeiter ausgezahlt werden.

Mit seiner Ankündigung reagierte Eick auf die scharfe Kritik an seiner hohen Abfindung von bis zu 15 Millionen Euro. Heute hatte sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert, dass sie "absolut kein Verständnis" für diesen hohen Betrag habe.

Nur Sommer bleibt

Zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden Eick verlässt fast der gesamte Arcandor-Vorstand das Unternehmen: Finanzvorstand Rüdiger Günther, Karstadt-Chef Stefan Herzberg, der Chef der nicht von der Insolvenz betroffenen Tourismussparte Thomas Cook, Manny Fontenla-Novoa, sowie die von Eick als Sanierer in das Unternehmen geholten Vorstände Arnold Mattschull und Zvezdana Seeger.

Aus dem Gremium werde nur noch der Chef der Versandhandelssparte, Marc Sommer, weiterhin für das Unternehmen arbeiten, teilte Arcandor am Dienstag in Essen mit.