Die Mazda 6-Limousine empfiehlt sich mit 175 PS starkem Dieselantrieb für höhere Flottenaufgaben, steht aber im Schatten der Konkurrenz - und der eigenen Kombivariante.

Bei Mazda läuft´s. Mit attraktivem Design, konsequenter Leichtbauweise und stetiger Produktpflege steigert der japanische Automobilbauer seine Zulassungenszahlen in Deutschland derzeit kontinuierlich. Im Oktober verbuchte die Importeurszentrale in Leverkusen mit 4.843 Neuanmeldungen soeben erst ein sattes Plus von 33,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach den ersten zehn Monaten des Jahres stehen 49.544 Zulassungen und damit 7,9 Prozent mehr als 2014 auf der Habenseite. Weltweit liegt das Unternehmen aus Hiroshima derzeit mit einem Plus von 14,2 Prozent auf Rekordabsatzkurs.

Der Kleinwagen mit der Ziffer "2", der kompakte SUV namens CX-3 und der neue Roadster MX-5 tragen maßgeblich zum Aufschwung bei. Nur in der vom gewerblichen Geschäft bestimmten Mittelklasse will es nicht so recht klappen. Für den im Frühjahr aufgefrischten Mazda 6 (minus 15,7 Prozent bis einschließlich Oktober) wartet Deutschland-Geschäftsführer Josef A. Schmid weiter auf den Durchbruch: "Wir haben im Flottengeschäft noch Potenzial."

Kein Preisaufschlag für den Kombi

Vor allem die Limousine der Business-Baureihe fristet ein Nischendasein. In aller Regel ist der Kombi gefragt. Zumal der Importeur die Nachfrage nach der großen Heckklappe noch befeuert und auf einen Kombi-Aufschlag verzichtet. So bleibt die 4,87 Meter lange Fließheckvariante trotz ihrer stattlichen Erscheinung und coupéhafter Züge eher ein Exot auf deutschen Straßen – und dient dem Führungspersonal daher zum individuellen Auftritt.

Für alle „Besserverdiener“ haben die Japaner von ihrem bewährten 2,2-Liter-Diesel eine Top-Variante mit 129 kW/175 PS aufgelegt, die auch nur mit der höchsten Ausstattungsstufe „Sports-Line“ kombinierbar ist. Als eine der wenigen noch notwendigen Optionen steht ein Automatikgetriebe (1.900 Euro) in der Preisliste.

Kurze Aufpreisliste

Die fällt ansonsten erfrischend übersichtlich aus, denn das 36.790 Euro teure Gefährt verfügt bereits über praktisch alle technischen Finessen, die die Ingenieure im fernen Osten und im europäischen Entwicklungszentrum in Oberursel ersonnen haben. Lediglich die Geschwindigkeitsregelanlage mit Radarunterstützung (650 Euro), Lederpolster (1.900 Euro) oder die markentypische Metalliclackierung in „Rubinrot“ (750 Euro) müssen oder können noch zusätzlich geordert werden.

Mit all den Assistenten bis hin zum Head-up-Display in der Windschutzscheibe und dem potenten Antrieb an Bord, ist das Mazda-Aushängeschild ein unaufgeregter Reisebegleiter. Selbst die Kofferraumgröße überzeugt im Alltagsbetrieb. Allerdings ist der Zugang zum Gepäckabteil beim Kombi deutlich praktischer – und spätestens dann stellt sich wieder die Frage: Warum die Limousine nehmen, wenn der Kombi, dem auch noch der optionale Allradantrieb (2.000 Euro) vorbehalten bleibt, zum gleichen Preis zu haben ist?

Bernd Nusser