Im Interview mit Der Handel erläutert Dr. Lothar Thoma, Geschäftsführer von SecurLog, wie der Marktführer der Geld- und Wertlogistiker wieder saniert werden soll und welche Defizite die Branche noch hat.

Durch einen Sanierungstarifvertrag spart SecurLog in den nächsten zwei Jahren 9,2 Millionen Euro. Wie soll es danach weitergehen?
Die Einigung mit Verdi war ein Befreiungsschlag, der uns neue Perspektiven eröffnet. Wir müssen das Zeitfenster bis 2012 nun nutzen, um das Unternehmen wieder strategisch neu aufzustellen und für einen strategischen Investor interessant zu machen.

Wie soll das konkret geschehen? In der Branche ist doch kein Geld zu verdienen.
Ich glaube, dass man mit unseren Dienstleistungen sehr wohl Geld verdienen kann. In der Einführung der Ein-Mann-Logistik sehen wir viel Potenzial und wollen noch im Sommer drei Pilotversuche starten. Dadurch können wir in erheblichem Umfang Kosten sparen und auch neue Kunden hinzugewinnen. Bislang nutzen nur etwa 10 Prozent der Einzelhändler professionelle Geldlogistiker - es gibt noch viele weiße Flecken.

Steckt Ihrer Auffassung nach auch im Cash-Recycling künftig Potenzial für neue Erträge?
Ich sehe darin derzeit kein Geschäftsmodell für die Geldlogistiker. Nach Heros und Arnolds will der Handel kein Cash-Recycling durch private Dienst­leister. Interessanter sind dagegen innovative Lösungen bei der Überwachung der Gelder. Wir arbeiten an einem Web-Portal für unsere Kunden, das ein kontinuierliches Monitoring ermöglicht. In der Branche herrscht ein Innovations- und Investi­tionsstau. Derzeit ist ein Schuhkarton in einer Spedition besser überwacht als eine Geldkassette mit Bargeld.

Interview: Hanno Bender
Dieses Interview erschien in der März-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel innerhalb eines Artikels zu den aktuellen Entwicklungen der Geld- und Wertlogistikbranche. Ein Probeexemplar gibt es hier.