Mit dem 170 PS-Diesel der neusten Motorengeneration reift Opels Top-Modell zum komfortablen Kilometerfresser für Vielfahrer.

Admiral, Kapitän, Senator – an großen Vorbildern fehlt es Opel in der Firmenhistorie nicht. Dennoch wagen sich die Rüsselsheimer auf absehbare Zeit wohl nicht mehr ins automobile Oberhaus und versuchen, die anspruchsvollere Kundschaft mit den Top-Modellen der Insignia-Baureihe zu überzeugen.

Der Wagen dient nun schon seit 2008 als Aushängeschild der Marke und muss dem Vernehmen nach auch noch bis 2017 durchhalten, ehe der Nachfolger fertig ist, wurde aber immer wieder aktualisiert. Zuletzt mit der Einführung einer neuen Motorengeneration.

Und die sorgt, wie sich jetzt im Test von Der Handel zeigte, für eine spürbare Verbesserung. Das neue Zwei-Liter-Aggregat leistet 125 kW/170 PS und beeindruckt im Arbeitsalltag mit beachtlichen Elastizitäts- und Verbrauchswerten – bei einer angenehm dezenten Geräuschentfaltung. Wenn Insignia, dann mit diesem Antrieb!

1.300 Kilometer Reichweite

Selbst mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe lässt sich das Rüsselsheimer Spitzenmodell ausgesprochen komfortabel bewegen. Der Selbstzünder läuft im sechsten Gang sogar bei weniger als 1.000 Umdrehungen pro Minute noch ruckfrei und zieht im Bedarfsfall aus dem Drehzahlkeller locker davon.

Wer häufig im hohen Gang gemütlich dahinrollt, wird mit Verbrauchswerten um die fünf Liter belohnt. Dann gibt der Bordcomputer eine Reichweite mit einer Tankfüllung von mehr als 1.300 Kilometern an. So schont auch die Führungskraft Umwelt und Unternehmensbudget. Angesichts des täglichen Terminstresses sollten aber eher immer noch moderate sechs Liter pro 100 Kilometer einkalkuliert werden.

Potenzial für Verbesserungen

Der Antrieb, das bereits zuvor entschlackte Cockpit und die günstigere Business-Ausstattung zählen fraglos zu den Pluspunkten des Insignia. Das eingeschränkte Platzangebot sowie die massive Heckklappe beim Kombi („Sports Tourer“) und die nervig-lauten Parksensoren sollten auf jeden Fall im Lastenheft der Neuauflage stehen.

Bernd Nusser