Russen und Chinesen geben am meisten Geld aus, wenn sie Deutschland besuchen. Während Touristen aus Russland auf Mode stehen, mögen Chinesen Uhren und Schmuck - auch, weil sie sich hier keine Fälschungen einfangen.

Internationale Kunden mögen Deutschland: Beim Tax-Free-Umsatz legte der deutsche Einzelhandel 2010 um gut 40 Prozent zu. Den größten Anteil daran haben die Russen mit 22,5 Prozent und die Chinesen mit 22,4 Prozent, so die Studie "Shopping Tourist Barometer 2010" des Mehrwertsteuer-Rückerstatters Global Blue. Dann folgen schon die Schweizer mit einem Anteil von 6,6 Prozent und Touristen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 4,1 Prozent.

Schaut man auf die Umsatzentwicklung, gaben die Taiwanesen im vergangenen Jahr 92,2 Prozent mehr aus als 2009, die Chinesen gut 90 Prozent mehr und die Brasilianer 65 Prozent mehr.

"Da Chinesen in Europa gerne fälschungssichere Luxusware einkaufen, profitiert der Einzelhandel unmittelbar von der Reisefreudigkeit der Touristen aus dem Reich der Mitte", wird Thorsten Lind, Geschäftsführer Global Blue Deutschland, in der Fachzeitschrift Textilwirtschaft zitiert. "Originalware ist hierzulande zudem günstiger."

Sparsame Schweizer

Während die Konsumenten aus China durchschnittlich 454 Euro je Einkauf ausgaben, waren es bei den Ukrainern 423 Euro und bei den Russen 351 Euro. Die Schweizer sind demnach mit einem Durchschnittsbon von 127 Euro am sparsamsten.

Bei den wichtigsten Städten für die Auslandstouristen liegt München derzeit mit einem Umsatzanteil von 21,3 Prozent kurz vor Frankfurt mit 20,2 Prozent. Es folgen Berlin mit 15,8 Prozent, Düsseldorf mit 6,9 Prozent und Hamburg mit 5,2 Prozent. Was die Umsatzentwicklung der Städte im Vergleich zum Vorjahr angeht, liegt allerdings Frankfurt mit einem Plus von 63,9 Prozent vor Berlin und Düsseldorf mit jeweils 44,8 Prozent. München folgt mit 42,2 und Hamburg mit 38,2 Prozent.

Chinesen shopppen am liebsten in Frankfurt

Betrachtet man die Städte, die die Chinesen bevorzugen, liegt Frankfurt mit einem Umsatzanteil von 41,3 Prozent vor München mit 12,7 Prozent und Berlin mit 10,9 Prozent. Gelsenkirchen hat zwar nur einen Anteil von 0,9 Prozent am gesamten chinesischen Umsatz mit mehrwertsteuerfreier Ware, allerdings legte er im Vergleich zum Jahr 2009 um 175,1 Prozent zu.

Die Russen bevorzugen hingegen München. Die Stadt an der Isar hat im Hinblick auf die Touristen aus Russland einen Umsatzanteil von 28,1 Prozent; Berlin folgt mit 22,8 Prozent und Düsseldorf mit 8,6 Prozent. Auch die Kunden aus den arabischen Golfstaaten sind München-Fans und geben dort etwa die Hälfte ihres Geldes aus, es folgen Frankfurt mit Anteilen von 9,1 Prozent und Düsseldorf mit 7,8 Prozent. 

Auch im Hinblick auf die Warengruppen gibt es recht unterschiedliche Vorlieben der Touristen: Chinesen geben mit 43,6 Prozent am meisten Geld in Deutschland für Uhren und Schmuck aus, ebenso wie die Besucher aus den arabischen Golfstaaten mit 44,2 Prozent. Die Russen hingegen stehen auf Mode: 54,4 Prozent der in Deutschland getätigten Einkäufe entfallen auf Kleidung.