Der Prozess ist schleichend, aber kontinuierlich: Immer mehr deutsche Verbraucher bevorzugen den Online-Einkauf. Mittlerweile zählen 40,7 Prozent zu den Online-Fans, das bedeutet eine Steigerung von 1,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Dies ergibt die Sommer-Umfrage bei 1135 Bürgern im Alter von 18 bis 69 Jahren, die der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) und das Bonitätswerk Boniversum durchgeführt haben. Das Lager der Fans des klassischen Einzelhandels ist entsprechend noch 59,3 Prozent stark, aber die Reihen sind nicht fest geschlossen: Neun von zehn Bundesbürgern können als zumindest potenzielle Käufer im Online- und Versandhandel betrachtet werden. Diese Personen haben mindestens eine Produktgruppe, in der sie lieber online einkaufen. 


Die meisten Verbraucher kaufen im Netz am liebsten Bücher (66,7 Prozent). Auffällig: Es gibt Produktgruppen, bei denen die Online-Präferenz schwächer wird, vor allem Unterhaltungselektronik / Bild- und Tonträger sowie Telekommunikation / Handy & Zubehör. Dies kann daran liegen, dass die Kunden bei diesen häufig erklärungsbedürftigen Artikeln wieder mehr persönliche Beratung wünschen oder brauchen.


Im klassischen Einzelhandel dominieren nach wie vor Lebensmittel, Delikatessen und Wein sowie Heimwerkerbedarf / Gartenzubehör & Blumen sehr deutlich. Allerdings sind auch bei diesen Bastionen des traditionellen Handels Abwanderungsbewegungen zu erkennen, genau wie bei Möbeln und Dekoartikeln, Schmuck & Uhren sowie Mode. "Diese Zahlen bestätigen, dass sich vor allem ein Blick auf die bisher noch wenig im E-Commerce etablierten Produktgruppen lohnt. Möbel und DIY-Artikel, aber auch Lebensmittel werden in den kommenden Monaten und Jahren der Branche wichtige Impulse verschaffen", glaubt Martin Groß-Albenhausen, Referent für E-Commerce und Marketing beim bevh. Zurück ins stationäre Geschäft kehren verstärkt die Käufer von Medikamenten und der bereits genannten Gruppen Unterhaltungselektronik und Telekommunikation. 


Und wer sind die überzeugtesten Anhänger von E-Commerce und Versandhandel? Vornehmlich wenig überraschend jüngere Menschen und Männer (bei ihnen liegt die Onlinequote bei 42,3 Prozent, bei den Frauen lediglich bei 39 Prozent). Der Abstand zwischen den Geschlechtern wird zurzeit sogar wieder größer.