Industrie, Dienstleister, Baubranche: Sie alle wollen Personal einstellen. Lediglich im Einzelhandel ging im August die Bereitschaft für Neueinstellungen leicht zurück. Dafür gibt es einen einfachen Grund.

Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten ist die Einstellungsbereitschaft der deutschen Wirtschaft sogar noch leicht gestiegen. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer kletterte im August auf 108,7 Indexpunkte, im Vormonat waren es noch 108,1 Punkte.

Im Groß- und Einzelhandel verbesserte sich die Einstellungsbereitschaft ebenfalls, wenn auch nur leicht; betrachtet man nur den Einzelhandel, ging die Bereitschaft jedoch leicht zurück.

Durchwachsener Sommer zieht Einzelhandel nach unten

"Die Einstellungshaltung im Einzelhandel allgemein liegt weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt, lediglich der Nahrungs- und Genussmittelsektor verzeichnet einen starken Rückgang", erläutert Klaus Wohlrabe, der bei dem Forschungsinstitut die Erhebung des Beschäftigungsbarometers betreut. Der durchwachsene Sommer könnte laut den Forschern ein Grund sein, warum die Einstellungsbereitschaft in diesem Sektor geringer ausfällt als in den Jahren zuvor.

Wohlrabe sieht deshalb keinen Grund zur Besorgnis: "Diesen Rückgang muss man nicht überbewerten." Das Konsumklima in Deutschland sei weiterhin sehr gut. Für anhaltende Kauflaune der Konsumenten hierzulande sprechen auch die anhaltend positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und bei den Lohnzahlungen.

Industrie, Bauwirtschaft und Dienstleister wollen weiter einstellen

Auch bei anderen Branchen hält die positive Stimmung an: Insbesondere die Industrie möchte trotz der Brexit-Sorgen verstärkt neue Mitarbeiter einstellen, hier sind vor allem Konsumgüter-Produzenten auf der Suche nach zusätzlichem Personal. Der Boom in der Bauwirtschaft spiegelt sich auch in dem Wunsch, die Belegschaften weiter zu vergrößern. Dieses gilt gleichermaßen für die Dienstleistungsbranche, die zuletzt 2010 eine negative Beschäftigungsdynamik hatte.