Wie stark der Einzelhandel von Feiertagen abhängt, beweist das Osterfest in diesem Jahr. Weil erst im April gefeiert wurde, sackten im März die Branchenumsätze ab.

Nach einem schwungvollen Jahresauftakt hat der deutsche Einzelhandel im März einen Rückschlag erlitten. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresmonat preisbereinigt (real) um 1,9 Prozent und nominal um 1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

"Allerdings fiel das Ostergeschäft im Vorjahr in den Monat März, in diesem Jahr lag es dagegen im April", schrieben die Statistiker. Auch im Vergleich zum Februar ging der Umsatz der Einzelhändler zurück.

Die Umsätze mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren sackten real um 4,2 und nominal um 2,4 Prozent ab. Dabei waren die Erlöse bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten ebenfalls real um 4,2 Prozent und nominal um 2,4 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde real 4,1 und nominal 2,4 Prozent weniger umgesetzt als im März 2013.

Kein Grund für Trübsal

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln lagen laut Bundesamt die Umsätze real um 0,1 Prozent unter und nominal um 0,1 Prozent über den Werten des Vorjahresmonats. Von Januar bis März 2014 wurde im deutschen Einzelhandel real 0,2 Prozent und nominal 1,2 Prozent mehr als im ersten Quartal 2013 umgesetzt.

"Dank des starken Jahresstarts liegen die Einzelhandelsumsätze aber weiter um 1,3 Prozent über dem Niveau des Schlussquartals 2013", betonte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. Damit habe die Branche das deutsche Wirtschaftswachstum im ersten Vierteljahr vermutlich angetrieben. Auch wegen des späteren Ostergeschäfts rechnet Schulz mit besseren Geschäften der Einzelhändler im April. Zudem dürften der robuste Arbeitsmarkt und die niedrige Inflation die Kauflust der Verbraucher steigern.