Nun ist es amtlich: Der Einzelhandel konnte nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Oktober gegenüber dem September zulegen. Und auch im Vorjahresvergleich steht unter dem Strich ein Pluszeichen. 

Die deutschen Einzelhandelsunternehmen setzten im Oktober 2011 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nominal 1,6 Prozent mehr und real 0,4 Prozent weniger um als im Oktober 2010.

Der Oktober 2011 hatte mit 25 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger als der Oktober 2010. Im Vergleich zum September 2011 ist der Umsatz im Oktober 2011 kalender- und saisonbereinigt nominal um ein Prozent und real um 0,7 Prozent gestiegen.

Der Non-Food-Handel kann zulegen

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Oktober 2011 nominal 1,6 Prozent  mehr und real 1 Prozent weniger um als im Oktober 2010. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten nominal um 1,7 Prozent höher und real um 0,9 Prozent  niedriger als im Vorjahresmonat.

Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde nominal 0,3 Prozent und real 2,7 Prozent weniger umgesetzt als im Oktober 2010.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Umsätze im Oktober 2011 nominal um 1,4 Prozent  und real um 0,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Unternehmen, die den größten Teil ihrer Waren über den Internet- und Versandhandel vertreiben, hatten mit nominal plus 4,7 Prozent und real plus 2,8 Prozent die höchsten Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahresmonat.

Von Januar bis Oktober 2011 setzte der deutsche Einzelhandel laut Destatis nominal 2,7 Prozent und real 1,1 Prozent mehr um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Große Hoffnungen in das Weihnachtsgeschäft gesetzt

"Das war ein sehr gutes Ergebnis für den Einzelhandel", kommentierte Kai Falk vom Handelsverband Deutschland (HDE) in Berlin die Destatis-Zahlen. Die positive Konsumstimmung sei durchaus in der Lage, das Bruttoinlandsprodukt zu stützen, wenn auch nicht dauerhaft, warnte jedoch der Volkswirt der Berenberg-Bank, Christian Schulz. Die gute Beschäftigungslage und höhere Gehälter könnten die Haushalte zu etwas größeren Ausgaben als im Vorjahr veranlassen. "Allerdings dürfte auch die robuste Binnennachfrage nicht verhindern können, dass das Bruttoinlandsprodukt im Winterhalbjahr etwas schrumpfen wird", resümierte Commerzbank-Volkswirtin Ulrike Rondorf.

Der Handelsverband setzt große Hoffnungen auf das Weihnachtsgeschäft, das zu jeweiligen Preisen voraussichtlich um 1,5 Prozent über dem Vorjahr liegen werde. Das Gesamtumsatzvolumen schätzt der HDE auf 78 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,2 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Falk mit einem nominalen Plus von 2 Prozent. "Die Deutschen gönnen sich was. Der Konsum bleibt ein stabiler Motor der Konjunktur", meinte der HDE-Sprecher Falk.