Erstmals seit vier Jahren wollen Handelsunternehmen weniger investieren. Auch bei den Personalkosten will die Branche den Rotstift ansetzen.

Die deutschen Einzelhändler investieren angesichts der Konjunkturschwäche weniger. Wie aus dem am Montag veröffentlichten
Krisenstimmung: Die Branche "fährt auf Sicht", nur wenige wagen Investitionen.
Krisenstimmung: Die Branche "fährt auf Sicht", nur wenige wagen Investitionen.
hervorgeht, wollen die Händler in diesem Jahr voraussichtlich rund elf Milliarden Euro für Aus- und Umbauten sowie Ausrüstung oder Personal ausgeben.

Das wären mehr als zehn Prozent weniger als im Vorjahr, damit würden die Investitionen der Unternehmen erstmals seit vier Jahren sinken. Jeder dritte der rund 500 befragten Einzelhändler habe angekündigt, weniger als im Vorjahr investieren zu wollen.

Schlechtes Konjukturklima und höhere Steuerlast

Die Zurückhaltung ist laut dem Münchner ifo-Institut unter anderem auf die ungünstige Geschäftsentwicklung, höhere Steuerbelastungen sowie zunehmende Finanzierungsschwierigkeiten zurückzuführen. Obwohl Kredite schwieriger zu bekommen und auch teurer seien, könne von einer Kreditklemme aber noch keine Rede sein.

Auch am Personal sparen die Einzelhändler. Die Zahl der Beschäftigten ging 2008 zwar nur um 0,2 Prozent zurück, allerdings ersetzten die Einzelhändler Vollzeit- zunehmend durch Teilzeitstellen. 29 Prozent der Unternehmen planen, weiter Stellen zu streichen.

Die Umsätze des deutschen Einzelhandels sind nach ifo-Angaben im vergangenen Jahr real um 0,6 Prozent gesunken. 2009 wurde bisher ein Minus von gut zwei Prozent registriert. Ein Grund dafür sei, dass viele Haushalte wegen der Abwrackprämie ein neues Auto gekauft haben und so weniger Geld für andere Einkäufe bleibe.