Die Einzelhandelsbranche sucht noch nach Azubis. Jeder zwölfte Platz ist derzeit frei. Allerdings gibt es Klagen über die Qualität der Ausbildung, wie es in der aktuellen DGB-Studie heißt.

Im Einzelhandel ist noch jeder zwölfte Ausbildungsplatz unbesetzt. Das zeigen die an diesem Donnerstag veröffentlichte Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Handelsunternehmen ihr Angebot an Ausbildungsstellen erhöht, teilt der Handelsverband Deutschland (HDE) mit.

"Viele Einzelhändler haben noch Ausbildungsplätze zu vergeben und sind auf der Suche nach geeigneten Kandidaten für eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Nachfrage habe
sich im Vergleich zum Vorjahr weiter gesteigert. So gebe es für die Ausbildung zum Kaufmann beziehungsweise zur Kauffrau im Einzelhandel fünf Prozent mehr gemeldete Stellen, beim Verkäufer beziehungsweise der Verkäuferin sogar 5,5 Prozent. Es werde für die Unternehmen immer schwieriger, die Stellen mit passenden die Stellen mit passenden Bewerbern zu besetzen, klagt Genth.

Schlechte Noten im DGB-Ausbildungsreport

Derzeit sind im Einzelhandel noch rund 2.500 Ausbildungsstellen zum Kaufmann im Einzelhandel und rund 1.600 zum Verkäufer unbesetzt. Da diese Zahlen lediglich die der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen beinhalten, geht der HDE davon aus, dass in Wahrheit sogar noch deutlich mehr Plätze offen sind.

Nahezu unverändert schlecht sind die Noten der Lehrlinge für die Ausbildungsqualität im Einzelhandel. So ist das Ergebnis des Ausbildungsreports 2015 des Deutschen Gewerkschafts-Bundes (DGB). Rund 19.000 junge Leute aus allen Branchen wurden dafür befragt. Und wie in den Jahren zuvor gehören die Azubis im Handel zu den Unzufriedenen. Beim Blick auf die verschiedenen Bewertungskategorien fällt auf, dass am meisten die Qualität der Ausbildung beklagt wird. Wochenendarbeitszeit ist ein weiterer Kritikpunkt. Zudem wird kritisiert, dass Berufsschulzeiten oft noch in den Betrieben nachgearbeitet werden müsse.