"Der deutsche Einzelhandel macht Märchen wahr", schwärmt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn zumindest beim Warenumtausch gibt sich die Branche vorbildlich.

Deutsche Einzelhandelsketten zeigen sich beim Warenumtausch nach einer Umfrage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen durchweg kundenfreundlich. Bereut ein Kunde den Einkauf und bringt die Ware ins Geschäft zurück, so nehmen die meisten Händler, obwohl sie dies nicht müssten, die Artikel wieder zurück.

"Der deutsche Handel macht Märchen wahr. Alle befragten 24 großen Einzelhandelsunternehmen geben sich beim Thema Umtausch kulant", lautet das Fazit der die Verbraucherzentrale. Dies gelte für Bau- und Elektronikmärkte, für Discounter und Warenhäuser wie auch für Textil- und Erotikläden.

Kundenbindung geht vor

Dabei orientiere sich mehr als die Hälfte der Läden an den rechtlichen Vorgaben für Online-Geschäfte, die in der Regel einen Widerruf des Vertrages innerhalb von zwei Wochen zulassen, teilen die Verbraucherschützer mit. Ein Recht auf Rückgabe hat ein Konsument bei einem Kauf vor Ort in der Regel nicht. Es sei denn, die Ware wies beim Kauf erhebliche Mängel auf.

Doch vielen Handelsketten ist die Kundenbindung wichtiger als das sture Pochen auf Recht und Gesetz: Fast alle befragten Unternehmen gestatten grundsätzlich die Rückgabe in einer beliebigen Filiale. Wer mit Kassenbon einen Umtausch begehrt, dem winkt die Auszahlung in Euros.

Selbst ohne Beleg können Kunden bei einigen Unternehmen auf Umtausch hoffen. Doch hier ist bei den meisten Einzelhändlern das Ende der Kulanz erreicht. Der Kassenbon sei das wichtigste Utensil beim Umtausch, schreibt die Verbraucherzentrale.

Winterschlussverkauf beginnt am Montag

Für die Kunden sind das vor dem Start des Winterschlussverkaufs am Montag gute Nachrichten. Der Einzelhandel verspricht Preissenkungen von bis zu 70 Prozent. "Nach den punktuellen Rabattaktionen in diesem Monat vor allem in den Großstädten ist der Schlussverkauf das große Rabattfinale", kündigte die Sprecherin des Handelsverbands HDE, Ulrike Hörchens, am Mittwoch in Berlin an.

Besonders die Modehäuser müssten ihre Lager räumen, um Platz für die neue Ware zu schaffen. An der deutschlandweit koordinierten Aktion beteiligen sich etwa zwei Drittel der Geschäfte, darunter auch Möbelhäuser, Bau- und Elektronikmärkte.