Die monatelang besungene Kauflaune der Deutschen ist gesunken. Im Vergleich zum August war der September ein ganz schwacher Monat für den Einzelhandel. Besonders der Textilhandel leidet.

Die deutschen Einzelhändler haben im September einen überraschend starken Dämpfer erhalten. Verglichen mit dem August lagen die Erlöse nominal um 2,9 Prozent niedriger, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der stärkste Rückschlag seit Mai 2007.

Real, also preisbereinigt, fielen die Erlöse gar um 3,2 Prozent. Analysten hatten nur einen Rückgang um 0,9 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich lagen die Umsätze nominal 2,9 Prozent und real 2,3 Prozent höher, allerdings hatte der September 2014 einen Verkaufstag mehr als der September 2013.

Textilien und Schuhe haben starken Rückgang

Die einzelnen Branchen laut Destatis: Der Bereich Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren setzte im September 2014 real 4,2 Prozent und nominal 5,2 Prozent mehr um als im September 2013. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real um 4,3 Prozent und nominal um 5,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde real 2,2 Prozent und nominal 3,5 Prozent mehr umgesetzt als im September 2013.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln (Non-Food) lagen die Umsätze real 1 Prozent und nominal 1,4 Prozent über den Werten des Vorjahresmonats. Dieses moderate Wachstum wurde erreicht, obwohl der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren einen deutlichen Umsatzrückgang von real minus 7,3 Prozent und nominal minus 5,7 Prozent hinnehmen musste.

Von Januar bis September 2014 wurde im deutschen Einzelhandel real 1,3 Prozent und nominal 1,8 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum umgesetzt.