Der Handelsverband HDE ist von dem Ergebnis des Sommerschlussverkaufs enttäuscht. Hessen, Hamburg  und NRW sind dagegen zufrieden.

Der diesjährige Sommerschlussverkauf (SSV) war für den Einzelhandel bundesweit kein durchschlagender Erfolg. „Insgesamt sind wir sicherlich nicht zufrieden”, bilanziert der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, den Verlauf.

„Das Wetter hat zu keiner Zeit gepasst. Erst war es kalt, dann kam die tropische Hitze”, fügte er hinzu. Zusätzlich hätten auch die insgesamt labile Konsumstimmung und die Sorgen der Verbraucher auf die Kauflaune gedrückt. Derzeit werde vor allem bei Kleidung oder Möbeln gespart.

Länder weniger pessimistisch

Positive Einschätzungen kommen dagegen aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg. Die Lager seien weitestgehend geräumt, sagte der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands NRW, Rainer Gallus, in Düsseldorf. Besonders gefragt seien Sommerkleider, leichte Tops und Sommerschuhe, aber auch Fahrrädergewesen.

Michael Kullmann, Hauptgeschäftsführer des Hessischen Einzelhandelsverbandes, spricht sogar von einem „sehr guten Verlauf”. Vor allem wegen des guten Wetters der vergangenen Tage sei die Sommerware gut abverkauft worden.  Anders als in den Jahren zuvor hätten dieses Mal viele Händler nicht nur Bekleidung stark reduziert, sondern auch Freizeitgeräte, Fahrräder und andere Saisonartikel. Auch hier sei die Tendenz „erfreulich” gewesen.

Ulf Kalkmann, Geschäftsführer des Hamburger Einzelhandelsverbandes, ist zumindest zufrieden mit dem diesjährigen SSV-Verlauf: „Wir haben noch die Kurve gekriegt.” Die Umsätze hätten aufgrund der hohen Preisnachlässe möglicherweise etwas unter dem Vorjahresniveau gelegen. Das sei aber in Ordnung. „Es ging nicht um Rendite, es ging um Lagerräumung”, sagte Kalkmann.

Nach der Abschaffung des gesetzlich geregelten SSV vor vier Jahren beteiligen sich derzeit rund zwei Drittel der Geschäfte auf freiwilliger Basis an der bundesweit koordinierten Aktion. Das Konzept habe sich erneut bewährt urteilt NRW-Verbandssprecher Gallus: „Viele warten diesen Zeitpunkt ab, um auf Schnäppchenjagd zu gehen.”

Santiago Campillo-Lundbeck