Die Deutschen geben ihr Geld für langlebige Gebrauchsgüter aus. Smartphones sowie höherwertige Fotoprodukte und Elektrogroßgeräte treiben dem Umsatz im Elektronikmarkt an.

Der deutsche Markt für "technische Gebrauchsgüter" wuchs laut GfK Temax im dritten Quartal um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Marktforscher haben für den Zeitraum ein Umsatzvolumen von 12,2 Milliarden Euro ermittelt.

Die höchste Wachstumsrate (plus 11,4 Prozent) wurde mit Telekommunikationsgeräten erreicht - dank der ungebrochenen Nachfrage nach Smartphones. Der zwischen Juli und September erzielte Umsatz belief sich auf 1,1 Milliarden Euro. Kumuliert ergibt sich für die ersten drei Quartale des Jahres sogar ein Plus von 15,1 Prozent bei einem Umsatzvolumen von 3,2 Milliarden Euro.

Die Märkte für Foto und Elektrogroßgeräte profitieren weiter vom Trend zu hochwertigen Produkten. Der Fotomarkt wuchs im dritten Quartal entsprechend um 6,6 Prozent auf 677 Millionen Euro Gesamtumsatz.

Foto und Telekommunikation verschmelzen

Wechselwirkungen ergeben sich zwischen den Bereichen Foto und Telekommunikation. Einerseits stehen Mobiltelefone dank ihrer Kamerafunktion in Konkurrenz zu klassischen Fotoprodukten. Andererseits erschließen Smart- und sogenannte Feature-Phones mehr Personen den Zugang zur Fotografie. Der so erweiterte Kundenkreis regt wiederum den Verkauf an, besonders von höherwertigen Kameras.

Die neue Generation von Digitalkameras übernimmt außerdem viele Smartphone-typische Merkmale wie Apps oder Touchscreens, jedoch mit Schwerpunkt Bild- und Filmaufnahme. Dieser Technikschub macht das Segment auch für erfahrene Fotografen interessant.

Energieeffizienz zählt

Auch bei Elektrogroßgeräten entscheiden sich immer mehr Verbraucher für hochwertige und energieeffiziente Produkte. Vor allem deshalb wuchs der Markt laut GfK im dritten Quartal um 4,6 Prozent auf ein Volumen von 2 Milliarden Euro.

Nur etwas geringer fiel das Wachstum bei den Elektrokleingeräten aus (plus 4,4 Prozent auf 685 Millionen Euro). Ausgabefreudig zeigten sich die Konsumenten bei Mundduschen, elektrischen Zahnbürsten, Dampfbügelgeneratoren und den Dauerbrennern Kaffeevollautomaten und -kapselsysteme.

Im Bereich Informationstechnologie sorgte der Trend zu Zweit- und Drittgeräten, zum Beispiel zur digitalen Unterhaltung, für ein Umsatzplus von 2,2 Prozent. Die Umsätze mit Webbooks und Tablets entwickelten sich in dem Segment am dynamischsten.

Das Smartphone ersetzt den MP3-Spieler

Negativ entwickelte sich neben dem Bürogerätemarkt (minus 0,4 Prozent) vor allem die Unterhaltungselektronik. Mit einem Minus von 9,5 Prozent beim Umsatz bildet sie das Schlusslicht.

Neben punktuellen Preisrückgängen kämpft die Branche laut GfK mit zunehmendem Wettbewerb aus anderen Bereichen wie Telekommunikation und Informationstechnologie, der sich beispielsweise bei tragbaren Audiogeräten bemerkbar macht. Im TV-Markt sind aktuell vor allem internetfähige Fernseher sowie 3D-Modell gefragt.