Heute wurde der Startschuss für die erste vollständig elektronische Beschaffung auf Bundesebene gegeben. Das Einsparpotenzial, das mit "e-Vergabe" erzielt werden könnte, liegt nach Schätzungen bei circa 10%.

Heute wurde der Startschuss für die erste vollständig elektronische Beschaffung auf Bundesebene gegeben. Mit "e-Vergabe" sollen Bieter aus der Wirtschaft die Möglichkeit erhalten, ihre Angebote komplett und rechtsverbindlich ohne Medienbruch über das Internet abzuwickeln.

Bund, Länder und Gemeinden vergeben pro Jahr insgesamt Aufträge in Höhe von rund 250 Mrd. Euro, dies entspricht etwa 13% des Bruttoinlandsprodukts. Damit ist die öffentliche Beschaffung von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Das Einsparpotenzial, das mit e-Vergabe erzielt werden könnte, liegt nach Schätzungen bei circa 10%.

Erster Pilotanwender ist das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (BMI), das 50 persönliche Organizer (PDA) elektronisch beschaffen wird. Unternehmen, die Angebote abgeben möchten, benötigen einen PC mit Internetanschluss und eine Signaturkarte mit Kartenlesegerät. Die Wirtschaft kann ab sofort unter www.e-vergabe.bund.de Angebote innerhalb der Ausschreibungsfrist von drei Monaten abgeben.

Brigitte Zypries, Staatssekretärin im BMI, bezeichnet das Projekt e-Vergabe als "einen weiteren wichtigen Schritt der E-Government-Initiative 'BundOnline 2005'. Mit der elektronischen Beschaffung werde Verwaltungshandeln zukünftig effizienter. Dabei würden die hohen rechtlichen Anforderungen beachtet, die an öffentliche Ausschreibungen gestellt werden. Zypries erwartet als Resultat deutliche Ersparnisse bei Prozess- und Transaktionskosten der öffentlichen Beschaffung sowie niedrigere Einkaufspreise.

"Auch die Wirtschaft gehört zu den Gewinnern", ist Dr. Alfred Tacke, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), überzeugt. Dem zwischen den Unternehmen schon üblichen E-Commerce werde ein gleichwertiger Zugang zur öffentlichen Verwaltung geboten. Neben dem Wegfall von organisatorisch bedingten Bearbeitungszeiten, sieht Tacke eine Verbesserung der Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen und in der Folge eine Erweiterung des Bieter-Spektrums und damit des Wettbewerbs. Insbesondere der Mittelstand werde davon profitieren.

Das Leitprojekt e-Vergabe wird vom BMWi gemeinsam mit den Bundesministerien des Innern und für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen im Rahmen seiner Technologiepolitik umgesetzt. Das Bundesministerium der Verteidigung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung beteiligen sich mittlerweile ebenfalls. Neben dem Beschaffungsamt des BMI wird auch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung e-Vergabe im Pilotbetrieb testen und danach in Betrieb nehmen. (ST)


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