Die Karriere-Podien der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) werden zum Jour fixe modernen praxisnahen Marketings. Jetzt trafen sich knapp 200 Nachwuchsleute zum Experten-Gespräch.

Die Karriere-Podien der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW)Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) werden zum Jour fixe modernen praxisnahen Marketings. Jetzt trafen sich knapp 200 Nachwuchsleute im Lichthof der renommierten Akademie zum Experten-Gespräch.

Schließlich versprach das Thema Brisanz. Auf die Goldgräberstimmung der New Economy folgte das große Wehklagen. Wie steht es da mit den viel gepriesenen Berufsaussichten des digitalen Zeitalters? Bedeutet die jähe Talfahrt börsennotierter Unternehmen am Neuen Markt jetzt auch das vorzeitige Aus für die noch im letzten Jahr händeringend gesuchten E-Marketing-Spezialisten?

Das renommierte wie kompetente Podium stand Rede und Antwort. Mit Rainer Wiedmann ( die argonauten , Präsident des Deutschen Multimedia Verbandes, BAW-Studienleiter) und Karsten Xander (Vorstand Razorfish AG, BAW-Dozent) sind gute Namen der New Economy vertreten. Als "moderne old Economy" verstehen sich Lothar Fiss (Marketing- und Online-Chef von Ludwig Beck, Kaufhaus der Sinne,) sowie Peter Moller (Marketingleiter Loctite Deutschland und E-Marketing-Fachwirt BAW in spe). Rainer Simon, Chefredakteur des E-Business-Magazins "CYbiz" vertritt die Medien und Hans Dieter Maier (BAW-Chef und Marketingberater) ist der treffsichere Moderator "zwischen den Welten".

"Geht es um die Zukunft der E-Marketer, greift das Motto: Totgesagte leben länger" erklärt Rainer Wiedmann. Die aktuelle Medienschelte, ja Medienhysterie sei nicht nachvollziehbar. "Online boomt weiter", so der Argonauten-Chef. "Die Mitgliederzahlen der Provider gehen kontinuierlich nach oben. Jetzt investiere auch die Old Economy. Denn über das Netz erzielt man mittlerweile 20% Reichweite in deutschen Haushalten." Und diese Entwicklung stehe erst am Anfang! Bisher werde der größte Teil des Internet-Geschäftes im Business-to-Business-Bereich getätigt. Das liege ursächlich daran, dass die Adaptionsgeschwindigkeit im Business wesentlich höher sei. Zudem seien die Auftragsgrößen ganz andere. In der Zuliefererindustrie würden Milliardenaufträge vergeben.

B2B läuft bereits -- und im Consumer-Markt liegt ein enormes Potenzial. "Voraussichtlich 2008 wird das analoge Fernsehen abgeschaltet. Dieser Schritt wird zum Quantensprung des digitalen Einkaufzeitalters." Die Optimierung technischer Möglichkeiten bringe dem Kunden ein hohes Maß an Bequemlichkeit und Preistransparenz, ließe die Absatzzahlen explodieren. Ein simpler Vergleich macht dies plastisch: "Das Internet befindet sich in der Grundschulzeit. Ausgegeben wird Taschengeld. Dann übernehmen wir die Haushaltskasse..."

Razorfish´s Karsten Xander bestätigt diese Einschätzung: "Was hat sich in den letzten Jahren alles geändert! Haben die Unternehmen zunächst nichts weiter getan, als ihre Broschüren ins Netz zu stellen, stößt man jetzt überall auf komplexe Transaktionen." Die technischen Neuerungen würden nicht brachliegen, die Entwicklung sei unumkehrbar. Xander geht noch weiter: "Wir reden nicht mehr nur vom Internet. Denken Sie an die zunehmenden Handy-Funktionen. Unser Credo lautet: Anything that can be mobile will be mobile." Allerdings setzt er nicht nur auf die Vernetzung technischer Möglichkeiten. "Natürlich ist das Netz nicht das ganze Leben, natürlich kann ein Markenauftritt nicht nur im virtuellen Raum stattfinden." Digital Branding ist nur eine Möglichkeit der Markenbildung. Um Bekanntheit und Kompetenz zu schaffen und zu erhalten, muss auch der klassische Kommunikationsmix eingesetzt werden. Und je besser die einzelnen Instrumentarien aufeinander eingestimmt sind, um so effizienter gelingt der Auftritt. Das heißt zum einen, dass die Multimedia-Agenturen eng mit den Spezialisten der klassischen Werbung oder der Öffentlichkeitsarbeit zusammenarbeiten. Das heißt aber auch, dass ein profundes Basiswissen des gesamten Marketing unbedingt vorhanden sein muss. Die E-Marketing-Ausbildung der BAW leistet dies nach Xanders Ansicht.

Anders als in der aktuellen öffentlichen Diskussion waren sich Macher und Medienvertreter auf dem Podium einig. So stellte der sich mitten im Markt stehende CYbiz-Chef Rainer Simon fest: "Die Hetzjagd in vielen Medien beruht in erster Linie auf vielen Missverständnissen. Der Begriff New Economy wurde nie klar definiert. Nicht jede Home Page ist gleich ein Neuer Markt." Die Situation würde momentan zu schlecht geredet. Von 10 Neugründungen blieben immerhin 3 bestehen und hätten auf Sicht Perspektive auf gesunde Umsätze. Der ließe sich gar potenzieren, sobald die Old Economy ihre leider noch vorhandenen Ressentiments gegenüber dem Internet und E-Business abbaue. Und die Technologie würde sich schließlich in großen Schritten weiter entwickeln. Daher biete der gesamte elektronische Anwendungsbereich, Flexibilität und Sachverstand vorausgesetzt, hervorragende berufliche Aussichten für interessierte Menschen, die im komplexen und herausfordernden E-Business beruflich vorankommen wollen.

Peter Moller, Absolvent in spe des 1. und einzigartigen E-Marketing Studiums der BAW, unterstreicht diese Einschätzung. "E-Marketing ist überall! Wir sollten nicht den Fehler machen, dabei nur in Shop-Dimensionen zu denken", gab der engagierte und frisch gekürte Marketingleiter zu bedenken. "Knowledge Management wird immer stärker zu einer bestimmenden Größe unseres Wirtschaftsalltags. Dabei kommt auch dem Intranet ein hoher Stellenwert zu." Der BAW-Studiengang zum Electronic-Marketing-Fachwirt lege größten Wert auf solche interne wie externe Management-Prozesse und das darin schlummernde Potenzial. "Das ist," so Moller, "eine betriebswirtschaftliche Kerngröße für alle Unternehmen."

Die betriebswirtschaftlichen Aspekte betont auch Lothar Fiss, traditioneller Einzelhändler und E-Marketer zugleich. "Wir wollen Geld verdienen und das gilt auch für unsere Website." Unter dieser Prämisse ist ludwig-beck-online gestartet. Die immer schon geltende Strategie wird konsequent im Netz weitergeführt. "Ludwig Beck wird weiterhin wie ein klassischer Markenartikel geführt", so Fiss. "Auch online, denn das Internet ist für uns ein Vertriebsweg der Zukunft." Allerdings sei es nicht einfach, das Kaufhaus der Sinne auch im virtuellen Raum erlebbar zu machen. Man brauche ein ausgefeiltes Kundenbindungssystem, das sich in erster Linie über die Beratungskompetenz definiert. "Das Designer-Kostüm für 2.000 DM werden wir in absehbarer Zeit noch nicht über das Netz verkaufen." Wohl aber verkauft das renommierte Unternehmen sehr erfolgreich klassische Musik-Einspielungen und Jazz-Aufnahmen. Fiss: "Hier haben wir unsere Kompetenz als Spezialanbieter vom traditionellen Handelsbereich bereits erfolgreich auf Online übertragen."

Hans Dieter Maier differenziert die Diskussion. Wenn das Web Produkt-Angebote leichter, vor allem preislich, vergleichbar macht, wie vertragen sich dann Kundenbindung und Internet? Die Antwort sei eindeutig. Smart Shopping allein kann und wird nicht ausschlaggebend für den digitalen Einkauf sein. Oft sei das Gegenteil der Fall, im Netz werde auch teurer angeboten als in klassischen Outlets. Die Bedeutung des differenzierenden Zusatznutzens werde umso wichtiger, je höher die Preistransparenz, auch eingedenk zukünftiger Handy-Entwicklungen, sein werde. Zusatznutzen würden beispielsweise in besonderen Services in Form ansonsten so nicht verfügbarer Dienstleistungen liegen. Insgesamt begründe der interaktive Charakter des Internet unschlagbare Vorteile. So sei die Community das tragende Element der Netzfaszination, Kooperationen und Partnerschaften prägten die Werbeauftritte im Netz, der Banner-Werbung allerdings käme vorerst nur eine Nebenrolle zu. Auf Grund des noch hohen TKP (Tausend-Kontakt-Preis) eigne sie sich nur bedingt für erfolgskontrollierte Werbung. Das Internet biete aber andere Möglichkeiten wie Link-Strategien und Mailing- Listen.

Auch das könne man an der BAW lernen. Aber: "E-Marketing findet nicht nur online statt", fasst Studienleiter Wiedmann zusammen. Es geht um bedürfnisgerechte Kundennutzen, strategische Positionierungen, die Kommunikation im richtigen Mix, sie alle seien entscheidend für den Erfolg von Produkten und Unternehmen. All diese Bereiche sind Bestandteil des einzig-artigen berufsbegleitenden Fachstudiums. Dazu kommen die netzspezifischen Inhalte. Technologische Entwicklungen werden analysiert, Anwendungen für B2B wie für Business to Consumer werden entwickelt, das Internet als Werbeinstrument optimal eingesetzt. In Gruppen werden ganzheitliche Konzepte entwickelt. Der Studiengang E-Marketing bietet das optimale Rüstzeug für den übergreifend qualifizierten E-Marketer.(Jutta Meier/RS)


FIRMENPROFIL:

Die BAW bietet zwei Basisstudien an: eines für das gesamte Marketing, eines für den Schwerpunkt Kommunikation des Marketing. Das Kommunikations-Studium mit dem Abschluss Kommunikationswirt BAW konzentriert sich auf den besonders vielseitigen und deshalb umfassenden Bereich der Kommunikation und vernetzt ihn im gesamten Marketing mit seinen zusätzlichen Bereichen Produkt, Preis und Distribution. Der Kommunikationswirt BAW wird an beiden BAW-Instituten München und Nürnberg berufsbegleitend, in München auch berufsunterbrechend, angeboten.
Das Marketing-Studium zum Marketingwirt BAW bietet, über die Kommunikation hinaus, das gesamte für Unternehmen und Organisationen aller Branchen relevante Marketing-Wissen. Also auch die Bereiche Produkt, Preis, Distribution, Handel und Verkauf. Der Marketingwirt BAW wird in München als Wochenendstudium angeboten. In beiden Basisstudien werden praxisnah Grundlagen und Zusammenhänge vermittelt. Im Kommunikationswirt werden wichtige Kommunikations-Instrumentarien auch vertieft. In beiden Studien sind die Inhalte so strukturiert und aufbereitet, dass sie möglichst unmittelbar in der Praxis angewandt werden können. Darüber hinaus erkennen Berufsanfänger ihre Stärken und Neigungen für einzelne Fachgebiete, die sie später in Fachstudien vertiefen können.
Die Fachstudien vertiefen das berufliche Praxis-Wissen eines Fachgebietes oder einer Branche des Marketing als Schwerpunkt. In München werden folgende Fachstudien mit ihrem jeweiligen Abschluss als Wochenendstudien angeboten:
- Direktmarketing-Fachwirt BAW
- Public Relations-Fachwirt BAW
- Medienmarketing-Fachwirt BAW
- Electronic Marketing-Fachwirt BAW
Am Institut Nürnberg wird der Werbefachwirt BAW als Wochenendstudium angeboten. Auch Berufsanfänger, die schon jetzt eine Präferenz für ein Fachgebiet oder eine Branchehaben, z. B. weil sie in den Medien arbeiten, können sofort ein Fachstudium absolvieren. Der Stoff wird sorgfältig in das gesamte Marketing und die Kommunikation integriert und mit allen relevanten Bereichen vernetzt. Bei Bedarf kann dann später, zusätzlich, ein "breiteres" Basisstudium absolviert werden.


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