Der Handelskonzern Metro steht laut einem Pressebericht vor dem Rückzug seiner Elektrohandels-Tochter MediaMarkt aus dem chinesischen Markt.

Nach Ablauf einer zweijährigen Testphase in der Volksrepublik fehle dem Vernehmen nach nur noch der offizielle Beschluss für den Rückzug aus dem China-Geschäft, schreibt die "Börsen-Zeitung" am Dienstag. Dieser solle in den nächsten Tagen fallen.

Dem Blatt zufolge lehnte ein Metro-Sprecher einen Kommentar ab. Mit dem Markteintritt in China im November 2010 hatte MediaMarkt erstmals in der Firmengeschichte ein Land außerhalb Europas betreten.

Derzeit betreibt Metro in dem gemeinsam mit dem chinesischen Auftragsfertiger Foxconn geführten Joint Venture sieben MediaMarkt-Standorte im Großraum Schanghai.

Streitpunkt mit MediaMarkt-Gründer

Die Expansion im riesigen Reich der Mitte wurde bereits im November 2012 in Frage gestellt, als sich Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals aus der für die China-Expansion gegründeten Gesellschaft zurückzog.

"Im harten chinesischen Wettbewerb kann man sich nur behaupten, wenn man rasch und offensiv expandiert. Es gibt nur die Wahl, entweder ganz oder gar nicht mitzumischen, ein Mittelweg führt ins Nichts. Die Metro hat da leider nicht mitgezogen“, erklärte damals Kellerhals, der nach wie vor mit Metro-Chef Olaf Koch um die Macht bei Media-Saturn ringt.