Nach 15 Jahren geht der Volkswagen Sharan in Rente. Der Nachfolger gefällt mit variablem Innenraumkonzept, seitlichen Schiebetüren und sparsameren Motoren.

Eines der betagtesten Modelle der automobilen Szene tritt von der Bühne: 15 Jahre nach dem Marktstart löst Volkswagen den Sharan ab.  Der einst in Zusammenarbeit mit Ford in Portugal gefertigte Van entwickelte sich Mitte der 90-er Jahre schnell zum Marktführer - ehe kompaktere Wettbewerber wie der hauseigene Konkurrent Touran die Nachfrage im Segment veränderten.

Höchste Zeit für die Erneuerung

Nachdem die Kooperationspartner die Liaison beendeten, übernahm VW das Werk im rund 60 Kilometer von Lissabon entfernten in Palmela und feierte mit dem alten Konzept noch beachtliche Verkaufserfolge, während Ford bereits 2006 den eigenständigen Galaxy-Nachfolger auf die Räder stellte. Jetzt wurde es aber höchste Zeit für eine Erneuerung des Sharan.

Schließlich sind schwere, ausbaubare Sessel längst nicht mehr up to date.  Variable Innenraumkonzepte gehören in dieser Klasse zum Standard - und da ist der Branchenprimus nun wieder auf Ballhöhe.

Bis zu 2.430 Liter Ladevolumen

Die drei serienmäßigen Sitze in der zweiten Reihe lassen sich flexibel verschieben und platzsparend mühelos zusammenfalten. Allerdings ergibt sich dadurch keine ganz ebene Ladefläche. Das gelingt erst, wenn gegen 1.535 Euro Aufpreis (inklusive Klimaautomatik) das Gestühl in der dritten Reihe geordert wird. Diese beiden Sitze lassen sich im Kofferraumboden versenken. So steht ein Laderaumvolumen bis zu 2.430 Litern zur Verfügung.

Erstmals mit Schiebetüren

Und weil die Wolfsburger gleich von Grund auf neu geplant haben, bekommt der neue Sharan, der ab 3. September bei den Händlern stehen wird, erstmals auch Schiebe- statt Klapptüren.

Das erleichtert das Einsteigen in engen Parklücken und kaschiert somit, dass der Wagen in der Länge um 22 Zentimeter auf 4,85 Meter und in der Breite um neun Zentimeter auf 1,90 Meter gewachsen ist.

Bis zu 21 Prozent weniger Verbrauch

Wie beim praktisch zeitgleich vorgenommenen Facelift für den eine Nummer kleineren Touran, der in der neusten Ausgabe von Der Handel, die am 7. Juli 2010 erscheint, ausführlich vorgestellt wird, setzt der Hersteller nun auch beim Sharan auf die aktuelle TSI- und TDI-Motorengeneration. Um bis zu 21 Prozent soll der Verbrauch im Vergleich zum Vorgänger damit dank serienmäßiger Start/Stopp-Funktion, Bremsenergierückgewinnung und 30 Kilogramm Gewichtsersparnis sinken.

Die wirtschaftlichste Kombination stellt dabei der aus vielen Konzernmodellen bekannte 103 kW/140 PS starke 2,0-Liter-Diesel mit einem Normverbrauch von 5,5 Litern zu Preisen ab 30.950 Euro dar. Für den 2,0 TDI mit 125 kW/170 PS (ab 32.200 Euro) hat Volkswagen 5,7 Liter ermittelt.

Preise ab 28.875 Euro

Die Angebotspalette beginnt beim 1,4 TSI (110 kW/150 PS; 7,2 Liter Superbenzin) zu Preisen ab 28.875 Euro. Vierter Antrieb im Bunde ist der 2,0 TSI (147 kW/200 PS), der ausschließlich mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ab 38.000 Euro geordert werden kann. DSG steht ansonsten als Option (2.050 Euro) zur Verfügung.

Zahlreiche Optionen

Außen wie Innen auf Markenlinie getrimmt, wartet der Sharan in der Sonderausstattungsliste auch mit einer Reihe technischer Highlights auf, von der zweiten Generation des Parklenkassistenten bis zum variabel einstellbaren Fahrwerk - und kann damit mühelos in den Preisrahmen von Dienstfahrzeugen für Geschäftsführer aufgerüstet werden.

Bernd Nusser