Gespannt verfolgen die Händler den Schlusspurt im Weihnachtsgeschäft. Nach dem schleppenden Start zeigen sich die meisten nun sehr zufrieden. Nach dem Fest sollen die Kassen gleich weiterklingeln.

Nach Einschätzung des HDE könnte das Weihnachtsgeschäft mindestens so gut ausfallen wie 2010, als viel Eis und Schnee den rund 400.000 Händlern gute Umsätze bescherten.

Zunächst sah es 2011 allerdings nicht danach aus: Vor allem Textil- und Wintersporthändler stöhnten über das anfangs milde Wetter. Warme Pullis und Skiklamotten blieben zunächst Ladenhüter.

Späte Feststimmung

Außerdem kamen die Konsumenten dieses Jahr erst spät in Weihnachtsstimmung. Viele gingen erst kurz vor dem Fest auf die Pirsch nach Geschenken. In den ersten Adventswochen war das Geschäft nur in den Großstädten einigermaßen gut verlaufen.

Von Adventsbeginn an zufrieden waren die Schausteller auf den rund 2.500 Weihnachtsmärkten: "Die Umsätze könnten teils sogar über dem Vorjahr liegen und das Niveau von vor zwei Jahren erreichen", freut sich Verbandspräsident Hans-Peter Arens.

Viele Einzelhändler waren dagegen 2011 zunächst nicht sicher, ob die eigentlich gute Kauflaune angesichts der Unsicherheiten in Europa bis Jahresende anhalten würde. Nach Einschätzung der Konsumforscher der GfK in Nürnberg bekam die Stimmung zwar zum Jahresende einen Dämpfer. Angesichts der Finanzkrise schafften sich die Verbraucher aber gerne werthaltige Güter an.

Rekordumsätze im Onlinehandel

Auch der HDE war 2011 vorsichtig mit seiner Einschätzung der Lage. Erst im November hob der Verband seine Jahresprognose von plus 1,5 auf plus 2 Prozent Einzelhandelswachstum an.

Der Verlauf des Weihnachtsgeschäfts bestätigt nun diesen Schritt. Vor allem Versand- und Onlinehändler reiben sich im Dezember 2011 die Hände. Der HDE spricht von Rekordumsätzen. Onlineverkäufe machen allerdings immer noch nur einen Bruchteil des gesamten Einzelhandelsumsatzes aus. Der Bundesverband des deutschen Versandhandels rechnet mit mindestens 6,4 Milliarden Euro Umsatz, davon 4,2 Milliarden Euro im Internethandel.

Und die optimistischen Prognosen könnten sogar noch übertroffen werden: Fast die Hälfte der Internethändler rechnet zu Weihnachten mit höheren Umsätzen als 2010 - vor allem Kleidung, Elektronik sowie Bild- und Tonträger werden gerne per Mausklick für den Gabentisch bestellt, wie Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer betont.

Auch am Kind wird nicht gespart

Besonders gut verkauften sich auch Spielwaren online. Hier wurde nach Angaben von Wenk-Fischer in den drei letzten Monaten des Jahres dreimal soviel Umsatz gemacht wie im dritten oder zweiten Quartal. Auch insgesamt freut sich der Spielwarenhandel: "Wir rechnen mit einem guten Ergebnis. Am Kind wird zuletzt gespart", betont der stellvertretende Verbandsgeschäftsführer Steffen Kahnt.

Es werde ein Umsatzplus von 3 Prozent erwartet. Viele Großeltern, Patentanten und -onkels verschenkten die gewünschten Spielzeuge oder gingen auf Nummer sicher und griffen zu Gutscheinen. Diese werden oft direkt nach dem Fest eingelöst: "Dann geht es in den Geschäften noch mal richtig rund."

Computerspiele und Smartphones sind Renner unter dem Baum

Smartphones und Tablet-Computer sind nach Erhebungen des Branchenverbands Bitkom 2011 neben Prepaidkarten fürs Handy besonders beliebte Geschenke. "Nach einem eher verhaltenen Start kommt das Weihnachtsgeschäft mit hochwertigen Elektronikprodukten jetzt richtig in Fahrt", betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Die Schuldenkrise oder gedämpfte Konjunkturaussichten können der Konsumlaune bislang nichts anhaben."

Auch die rund 28.000 Textilhändler vermeldeten nach einem schwierigen Start einen guten Schlussspurt: "Jeden Tag wird es etwas kälter und besser", betont Jürgen Dax vom Textileinzelhandelsverband. Ein Umsatzplus von ein bis zwei Prozent könnte durchaus drin sein.

Nach Weihnachten dürften die Kassen dann noch mal ordentlich klingeln, wenn die Leute ihre Geschenke umtauschten oder Gutscheine einlösten. "Die Feiertage liegen in diesem Jahr besonders günstig", sagt Dax. Bis Silvester gebe es fast noch eine ganze Shoppingwoche. Stark reduzierte Artikel sind nach seinen Worten bei warmen Textilien, aber auch bei Ski- und Wintersportbekleidung zu erwarten.