Die Kosten für Energie sind bei 80 Prozent der Handelsunternehmen gestiegen, zeigt eine repräsentative Umfrage des EHI Retail Institute.

Steigende Energiekosten und die immer dringlicher werdenden Forderungen nach nachhaltigem Wirtschaften zwingen den Handel zu weitreichenden Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu reduzieren und Ressourcen effizient zu nutzen.

Wo die Kostentreiber sind und welche Einsparpotenziale es gibt, erfuhr das EHI von führenden Handelsunternehmen in einer groß angelegten Befragung. Die detaillierten Ergebnisse stellt das Institut am heutigen Dienstag in Köln vor rund 260 Teilnehmern auf dem Kongress "Energiemanagement im Einzelhandel" vor.

Lebensmittelhandel klagt über Kostentreiber Kühlung

Die Kosten für Energie sind bei 80 Prozent der befragten Händler gestiegen. Davon mussten rund 25 Prozent der Befragten Steigerungen um bis zu 25 Prozent hinnehmen. Gründe hierfür sind neben den allgemeinen Preiserhöhungen für Energie auch neue Beleuchtungskonzepte und im Lebensmittelhandel die Ausweitung gekühlter und tiefgekühlter Sortimente.

Für 2008 erwarten die Händler nochmals einen Anstieg in gleichem Ausmaß. Nur bei 20 Prozent der Händler sind die Energiekosten in 2007 nicht gestiegen, weil die Unternehmen rechtzeitig in Präventivmaßnahmen investierten oder zu einem günstigeren Energieanbieter wechselten.

Hohes Einsparpotenzial durch Nutzungsverhalten

Im Durchschnitt belaufen sich die Energiekosten pro Quadratmeter Verkaufsfläche auf knapp 40 Euro. Im Lebensmittelhandel liegen die Kosten wegen der Energie aufwändigen Kühlung sogar bei 50 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Dementsprechend sehen die Händler im Bereich der Kühlung das größte Potenzial zur Kostenreduzierung.

80 Prozent der Befragten wollen in Energie sparende  Kühlsysteme investieren und rechnen mit einer Kostenreduzierung von 20 Prozent. Die größten Einsparmöglichkeiten von bis zu 30 Prozent sieht der Handel allerdings bei der Beleuchtung. Entsprechend hoch ist hier nach wie vor die Investitionsbereitschaft.

Eine vergleichsweise einfache aber effiziente Maßnahme ist die Schulung der Mitarbeiter. Nahezu die Hälfte der Händler plant, ihre Mitarbeiter innerhalb der nächsten zwei Jahre zu richtigem Nutzungsverhalten zu schulen und erwartet dadurch Einsparungen von bis zu 15 Prozent.

An der Erhebung des EHI Retail Institute beteiligten sich Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 80 Mrd. Euro, was einem Anteil von rund 22 Prozent des gesamten deutschen Einzelhandelsumsatzes entspricht. Gut ein Drittel davon stammt aus dem Lebensmitteleinzelhandel, 30 Prozent aus der Bekleidungsbranche und jeweils fünf bis sieben Prozent gehören zu den Branchen Drogerie, Warenhaus, Baumärkte, Möbelhandel und Elektrohandel.

Der Kongress "Energiemanagement im Einzelhandel" findet am 28. und 29 Oktober in Köln statt. Lesen Sie mehr zum Thema Energiekosten auch in unserem Dossier "Nachhaltigkeit im Handel".