Christoph Ester, Mitglied der Geschäftsleitung bei Bäro, räumt mit populären Beleuchtungs-Irrtümern im Einzelhandel auf. 

Herr Ester, welche Fehler werden bei der Beleuchtung im Laden immer wieder gemacht?
Ein sehr oft zu beobachtender Fehler ist der Einsatz von Tageslicht bei der Warenbeleuchtung. Tageslicht, das zum Beispiel durch Schaufenster, Dachluken oder Fenster eingesetzt wird, ist grundsätzlich nicht für eine gute Inszenierung geeignet, weil das Licht immer von Tages- und Jahreszeit abhängig ist und sich dadurch die Anmutung der Waren permanent und meist negativ verändert.

Gibt es Halbwahrheiten, mit denen Sie mal aufräumen wollen?
Da ist das Dimmen, das immer wieder als -Kosten-Sparmaßnahme genannt und eingesetzt wird. Davon raten wir ab, weil auch hier keine gleichbleibend gute Warenbeleuchtung gewährleistet ist. Im Bereich der Warenpräsentation sollte das Licht immer voll eingeschaltet sein. Dimmen oder gar abschalten könnte man die Beleuchtung prinzipiell nur in Lagerräumen, in denen zeitweise kein Personenverkehr ist.

Wie steht es mit dem Einsatz von Energiesparlampen?
Das ist ein weiterer Trugschluss: Gerade in kleineren Fachgeschäften lässt sich immer wieder beobachten, dass dort um Energie zu sparen, übliche Energiesparlampen zum Einsatz kommen. Das Problem dabei ist, dass sie zwar Stromkosten einsparen, aber durch ihre wenig attraktive Präsentation der Waren auch einen Mehrumsatz verhindern. Der Mensch nimmt 80 Prozent aller Informationen durch das Sinnesorgan Auge auf. Wenn das Geschäft mit Energiesparlampen bestückt wird und die Wareninszenierung dementsprechend darunter leidet, spart man am falschen Ende und der Umsatz wird nicht stimmen.
Interview: Sybille Wilhelm