Die Staatsanwaltschaft in Bochum hat ihre Ermittlungen gegen das insolvente Handelsunternehmen Arcandor ausgeweitet. Hintergrund ist das Verfahren gegen Ex-Chef Thomas Middelhoff

Bereits am vergangenen Donnerstag erschienen nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zwei Staatsanwälte und vier Zivilbeamte in der Hauptverwaltung des Konzerns in Essen und forderten die 2.000 Beschäftigten auf, ihre Dienst-Laptops übers Wochenende abzugeben.

Bernd Bienioßek von der Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte gegenüber dpa den Beschluss zur Datensicherung bei Arcandor. "Es ging uns nicht um eine Lahmlegung des Konzerns." Man habe bei allen notwendigen Überprüfungen versucht, die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs sicherzustellen.

Insolvenzgründe werden untersucht

Hintergrund ist wohl das Verfahren gegen den ehemaligen Vorstandschef von Arcandor, Thomas Middelhoff. Ihm wird Untreue vorgeworfen. Darüber hinaus interessiert die Ermittler laut "Spiegel", wie es überhaupt zu der Insolvenz kommen konnte.

Die großflächige Sicherstellung von Daten deute darauf hin, dass auch Insolvenzverschleppung nicht ausgeschlossen werde, hieß es.