Im milliardenschweren Bieterrennen um die Warenhauskette Kaufhof sind die Chancen für Signa-Chef René Benko wieder gestiegen.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre jahrelangen Geldwäsche-Ermittlungen gegen den österreichischen Immobilien-Unternehmer eingestellt. Ein strafbares Verhalten Benkos sei "nicht nachweisbar", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Michaela Schnell, am Donnerstag der dpa. Zuvor hatte die Signa-Holding auf einen Vorabbericht des Wirtschaftsmagazins "Format" über die Einstellung der Ermittlungen gegen Benko hingewiesen.

Seit 2009 wurde wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegen Benko ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Wien wurde wegen der Routinemeldung einer Bank aktiv. Die 1999 gegründete Signa Holding ist nach den eigenen Angaben das größte Privatimmobilien-Unternehmen Österreichs mit einem Investitionsvolumen von mehr als 4,5 Milliarden Euro.

Signa erklärte, mit der Einstellung der Ermittlungen sei Benko vollständig rehabilitiert. Die größte Hürde zur Übernahme der deutschen Kaufhof-Gruppe durch Signa sei aus dem Weg geräumt.

Bieterwettstreit zwischen Benko gegen Berggruen und Blackstone

Schärfster Konkurrent von Benko und Signa ist ein Konsortium bestehend aus dem Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen und dem Finanzinvestor Blackstone. Der deutsche Handelsriese Metro teilte im Dezember nach einer Aufsichtsratssitzung mit, dass mit beiden Bietern weitere Gespräche zum Kaufhof geführt werden sollen.

Die Situation sei unverändert, sagte ein Metro-Sprecher am Donnerstag der dpa in Düsseldorf. Die Einstellung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Benko wollte der Düsseldorfer Konzern nicht kommentieren.

Die Warenhaustochter Kaufhof hat mehr als 20.000 Mitarbeiter. In der Branche wird der Unternehmenswert von Kaufhof auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien in den deutschen Innenstädten. Kaufhof erzielte 2010 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und einen um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn von 138 Millionen Euro. Die Metro veröffentlicht nicht, was ihre Töchter unter dem Strich verdienen.

Neben mehr als 100 Warenhäusern und 16 Sporthäusern in Deutschland betreibt Kaufhof 15 Filialen in Belgien unter der Marke "Inno".