Die Staatsanwaltschaft Essen hat ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Arcandor Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff wegen Verdachts auf Untreue eingeleitet.

Aus den Vorermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff wurde ein förmliches Ermittlungsverfahren: "Wir haben uns nach einer erneuten Prüfung von Unterlagen entschieden, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten", sagte die Essener Oberstaatsanwältin Angelika Matthiesen am heutigen Freitag.

Hintergrund der Ermittlungen sind Immobiliengeschäfte. Es geht um fünf Karstadt-Warenhäuser die bei Immobilienfonds angemietet werden, welcher gemeinsam von der Privatbank Sal. Oppenheim und dem Projektentwickler Josef Esch aufgelegt worden waren.

Bundesjustizministerin Briggite Zypries als Auslöser

Die Häuser seien - noch bevor Middelhoff zu dem Konzern kam - zu außergewöhnlich hohen Preisen angemietet worden. Im Gegenzug sollte Esch den Konzern offenbar an Gewinnen aus seinen Großprojekten beteiligen, heißt es. Zu den Geschäften sei es aber nicht gekommen. Der Vorstand habe die Ausfälle auf rund 100 Millionen Euro beziffert.

Die Vorwürfe sind seit langem bekannt und waren bereits Gegenstand von Diskussionen in der Hauptversammlung der Arcandor AG. Juristisch wird der Fall nun aufgearbeitet, weil Bundesjustizministerin Briggite Zypries (SPD) ihre nordrhein-westfälische Amtskollegin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) auf entsprechende Presseberichte über die Verquickungen von Middelhoff aufmerksam machte.

dpa, DH