Die Rabatte der Lebensmittelhändler sind gut für die Kunden - aber schlecht für die Ernährungsindustrie. Die Branche muss vier Prozent Umsatzrückgang hinnehmen. Die Zahl der Insolvenzen nimmt zu.

Billiger Käse bei Kaufland, gesunkene Saft-Preise bei Aldi. Mitten im Sommer setzen viele Lebensmittelhändler den Rotstift an. Die Ernährungsindustrie sieht sich als Verlierer dieser Aktionen.

Produktion und Absatz seien zwar im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabil geblieben, doch der Umsatz sei um 3,9 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro zurückgegangen, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am Freitag in Berlin mit.

Einkaufsverhalten sei unverändert

Der BVE führt dies auf die aggressiven Preissenkungsrunden im des Lebensmittelhandels zurück, denn das Einkaufsverhalten der Verbraucher habe sich auch in der Wirtschaftskrise nicht wesentlich geändert. Die Abgabepreise der Ernährungsindustrie an den Handel hätten im Juli um 4,1 Prozent unter denen des Vorjahresmonats gelegen.

Laut BVE waren im Juli die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 2,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Der Rückgang der Großhandelspreise (minus 3,7 Prozent im Juli) lasse erwarten, dass dee Entwicklung noch nicht zu Ende sei. Mittelfristig würden weitere Preissenkungen im Lebensmitteleinzelhandel zu Blessuren in den vorgelagerten Bereichen führen, prognostiziert der BVE.

Im ersten Halbjahr habe die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in der Nahrungsmittelindustrie um 20,3 Prozent höher gelegen als im Vorjahreszeitraum.