Trotz der Ankündigung, dass Amazon in diesem Jahr Weihnachtsgeld zahlen will, wird beim Internetversandhändler seit heute Morgen wieder gestreikt.

Beim Internet-Versandhändler Amazon in Leipzig wird wieder gestreikt. Zunächst legten rund 200 Mitarbeiter der Frühschicht am Donnerstag die Arbeit nieder, wie Jörg Lauenroth-Mago von der Gewerkschaft Verdi sagte.

Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das würde für die Mitarbeiter höhere Löhne sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld bringen. Amazon will sich dagegen an der Bezahlung in der Logistikbranche orientieren.

Verdi sieht "Bewegung in die richtige Richtung"

Amazon kündigte unterdessen an, in diesem Jahr Weihnachtsgeld zahlen zu wollen. Sprecherin Ulrike Leikeb sagte, die Entscheidung habe nichts mit dem Streik zu tun. Sie sei "im Rahmen der jährlichen Gehaltsüberlegungen" getroffen worden. Zur Höhe könne sie noch nichts sagen.

"Darüber freuen wir uns, die Streiks haben also Bewegung in die richtige Richtung gebracht", sagte Lauenroth-Mago. Die Mitarbeiter seien am Mittwoch über das Angebot der Geschäftsführung informiert worden. Dennoch reiche das nicht aus. "Wir wollen Sicherheit, also einen Tarifvertrag."

Zuletzt war Mitte Juni an beiden Amazon-Standorten in Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt worden. Amazon ist der weltgrößte Online-Versandhändler. Er hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9.000 Mitarbeiter, in Leipzig sind es etwa 2.000.