Die Verbraucher müssen sich auf höhere Lebensmittelpreise einstellen. Aufgrund steigender Rohstoffepreise und schlechter Ernteaussichten rechnen die Verbände mit Preisanpassungen. 

Die Verbraucher müssen für Lebensmittel voraussichtlich bald tiefer in die Tasche greifen. "Preiserhöhungen sind nach einer achtzehnmonatigen Talfahrt der Preise unvermeidlich", sagte Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), dem "Tagesspiegel".

Horst verwies auf die Agrarrohstoffe, die sich seit dem Frühjahr 2010 um 50 Prozent verteuert hätten. Nach der Ehec-Krise wären höhere Preise ein weiterer Schlag für die Verbraucher.

Der Verband rechnet angesichts der weniger guten Ernteerwartungen und der weiter hohen Nachfrage mit anhaltend hohen Rohstoffpreisen. Die gestiegenen Kosten schlügen unmittelbar auf die "ohnehin schwache" Ertragslage der Firmen durch, sagte Horst.

Insbesondere Brot und Brötchen könnten bald teurer werden. Die Großbäckereien streben an, höhere Preise auszuhandeln. "Im Herbst stehen die Jahresgespräche mit dem Einzelhandel an", sagte Armin Juncker, Geschäftsführer beim Verband Deutscher Großbäckereien, die viele Supermarktketten beliefern.

"Wir werden dabei versuchen, kräftige Preiserhöhungen durchzusetzen - anders geht es nicht mehr", sagte Juncker der Zeitung. Diese würden sich im unteren einstelligen Bereich bewegen, kündigte er an.

Im BVE sind Verbände der Nahrungsmittelhersteller, aber auch Konzerne wie Unilever, Nestlé oder Dr. Oetker organisiert.