Amazon rechnet offenbar mit einem starken Weihnachtsgeschäft - oder will einem Personalengpass wegen Streiks zuvor kommen: Der Onlinehändler sucht dieses Jahr deutlich mehr Arbeitskräfte für das Weihnachtsgeschäft als im vergangenen Jahr.

Der weltgrößte Versandhändler Amazon sucht für sein Weihnachtsgeschäft in Deutschland rund 13.000 befristete Beschäftigte, gab der Koknzern bekannt. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, da waren es etwa 10.000. Das Unternehmen wolle Helfer von Oktober an einstellen, sagte eine Unternehmenssprecherin in München.

Steven Harman, Direktor EU Operations bei Amazon, sagte: "Jedes Jahr vergrößern wir unsere Teams an allen deutschen Logistik-Standorten für die Weihnachtssaison." Wie viele Mitarbeiter regional gesucht werden, steht noch nicht fest und werde in den kommenden Wochen bekanntgegeben, sagte eine Amazon-Sprecherin auf Anfrage. Amazon beschäftigt nach eigenen Angaben bereits 11.000 Festangestellte.

Bad Hersfeld, Brieselang: Personalbedarf an allen deutschen Standorten

Personalbedarf bestehe an allen deutschen Logistik-Standorten: am bundesweit größten in Bad Hersfeld (Hessen), sowie in Brieselang (Brandenburg), Graben (Bayern), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Leipzig (Sachsen), Pforzheim (Baden-Württemberg), Rheinberg und Werne (beide NRW).

Die Aushilfen für das Weihnachtsgeschäft bekommen einen Stundenlohn von mindestens 10 Euro brutto, wie Amazon mitteilte. Sie müssen Ware einlagern, kommissionieren und verpacken.

Mit Hilfe der Saisonarbeiter kann Amazon nicht nur die um Weihnachten herum steigende Bestellzahlen bewältigen. Der Branchenprimus versucht damit auch immer wieder, aufkommende Streiks zu kompensieren. Die Gewerkschaft Verdi will bei Amazon einen Tarifvertrag erkämpfen.