Eine Milliarde Euro an Investitionen: 2012 werden nach den Planungen der Entwickler in Deutschland mehr Shoppingcenter gebaut als jeweils in den beiden Jahren zuvor.

In diesem Jahr sollen elf neue Einkaufszentren eröffnet werden, teilte das Handelsforschungsinstitut EHI in Köln mit. Die Zahl der Neueröffnungen steige damit leicht an, nachdem sieben und neun Center in den Jahren 2010 und 2011 hinzukamen.

Als Grund für die Delle in den vergangenen beiden Jahren vermutet das Institut ein vorsichtigeres Investitionsverhalten in der Finanzmarktkrise. Seit den 1990er Jahren entstanden im Durchschnitt zehn bis 15 Shoppingcenter pro Jahr in Deutschland.

Center als Konkurrenz für Warenhäuser

Die bundesweit elf Center, die in diesem Jahr eröffnet werden sollen, seien mit Gesamtinvestitionen von schätzungsweise über einer Milliarde Euro verbunden, sagte EHI-Experte Marco Atzberger. "Shoppingcenter bieten Spezialisten unter einem Dach. Damit treten sie erfolgreich in Konkurrenz zum Warenhaus."

In den neuen Shoppingcentern hatten Modehändler den größten Anteil an der Verkaufsfläche, gefolgt von Lebensmittelhändlern und Drogerien. So ist C&A der EHI-Studie zufolge in zwölf der 16 neuen Einkaufszentren der vergangenen zwei Jahre der häufigste Mieter.

Anfang 2012 gab es 444 Einkaufspassagen mit einer Fläche von fast 14 Millionen Quadratmetern in Deutschland. Fast zwei Drittel wurden laut der EHI-Studie vor dem Jahr 2000 errichtet und seien damit vergleichsweise alt - denn nach spätestens zehn Jahren sollten Shoppingcenter modernisiert werden, so das Kölner Institut.