Der Kaufhauskonzern Karstadt will mehr als 400 Stellen in der Hauptverwaltung streichen. Verdi hat bereits reagiert.

Dies habe die Geschäftsführung in einer Betriebsversammlung angekündigt, schreibt die Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung. Damit wäre jede fünfte Stelle in der Hauptverwaltung in Gefahr. Bereits in den vergangenen Wochen seien sechzehn von insgesamt 42 Leitungsstellen gestrichen worden, so der Bericht.

Der böse Peter Wolf?

Nach den Vorstellungen der Geschäftsführung könnten einige der insgesamt 2.000 Mitarbeiter aus der Hauptverwaltung zur "Verkaufsunterstützung" in den Filialen eingesetzt werden.

„Es wird eine Reihe von betriebsbedingten Kündigungen geben”, sagte ein Karstadt-Sprecher der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) .

Die Probleme des Unternehmens werden laut WAZ dem abgelösten Karstadt-Chef Peter Wolf zugeschoben. „Er hat die Kosten aufgebläht und die Zahl der Leitungsfunktionen verdoppelt. Da ist einiges aus dem Ruder gelaufen”, heißt es in Konzernkreisen. Allerdings wurden in den Warenhäusern seit 2.000 nach Angaben des Sprechers 5.000 Arbeitsplätze abgebaut.

Sparliste von Verdi

Für Mitarbeiter, die nicht aus der Zentrale hinter die Ladentheke wechseln wollen, soll es „sozialverträgliche Lösungen” - etwa Vorruhestandsregelungen - geben. Karstadt will im Rahmen eines „Effizienzprogramms” Kosten sparen. Das Maßnahmen-Paket soll noch 2008 abgeschlossen werden.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat inzwischen der Geschäftsführung eine Sparliste vorgelegt, „wonach vor einem Stellenabbau zunächst Sachkosten eingespart werden können”, sagte ein Verdi-Sprecher. Schließlich hätten die Arbeitnehmer die Sanierung des Unternehmens einst durch spezielle Sanierungstarifverträge gesichert.

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig Raane hatte dieser Tage in einem Gespräch mit Der Handel gefordert, dass „die gesamte Führungsstruktur des Konzerns noch einmal überprüft werden” müsse. Eine mögliche Entlassungswelle beim Verkaufspersonal hält die Gewerkschafterin für eine „wahnwitzige Idee”.