Der Elektrogerätemarkt ist in der Krise vergleichsweise robust. Die Bereiche Foto, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik verzeichnen allerdings leichte Absatzrückgänge.

Der Gesamtmarkt der Elektrogeräte in Deutschland zeigt sich bislang vergleichsweise krisenresistent. Der Index GfK Temax verbucht für das erste Halbjahr nur einen geringen Rückgang um 0,2 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, wobei das zweite Quartal etwas schlechter abschneidet.

Der Umsatz sank in diesem Zeitraum um 3,8 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Während die Märkte der Elektroklein- und -großgeräte sowie der Informationstechnologie (IT) im zweiten Quartal noch positive Zuwächse verzeichnen, sind die Verluste in den Bereichen Foto, Office
Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien), Telekommunikation und Unterhaltungselektronik größer.

Espressomaschinen, Zahnbürsten und Staubsauger laufen gut

Insbesondere die Unterhaltungselektronik ist im zweiten Quartal für den Umsatzrückgang maßgeblich, steht jedoch in Zusammenhang mit dem sehr guten Vorjahr. Der Vergleichszeitraum 2008 war sehr stark durch die Fußball-Europameisterschaft geprägt, die der Unterhaltungselektronik Zuwächse von fast 20 Prozent beschert hatte.

Mit einem Plus von 6,6 Prozent wächst der Markt für Elektrokleingeräte im zweiten Quartal unverändert weiter und erreicht ein Volumen von 569 Millionen Euro. Wie in den vorhergehenden Quartalen sind es insbesondere die Espressovollautomaten, die nahezu zweistellig an Menge und Wert zulegten. Auch Epiliergeräte und so genannte Bodygroomer, also Ganzkörperrasierer, steigerten ihren Umsatz.

Ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so starkes Wachstum, zeigten elektrische Zahnbürsten. Auch der Absatz von Bodenstaubsaugern, einer der klassischen Hauptumsatzträger bei den Kleingeräten, wächst kontinuierlich.

Mobile Computer legen zu

Die Warengruppen der Informationstechnologie entwickelten sich ebenfalls konstant positiv. Ein Plus von gut 5 Prozent ließ den Markt im zweiten Quartal auf 2,3 Milliarden Euro anwachsen. Insbesondere die mobilen Computer – mit Abstand die größte Warengruppe im Sektor IT – konnten erneut zweistellig zulegen.

Vor allem so genannte Desktop Replacement Notebooks, also Geräte mit Bildschirmdiagonalen ab 17 Zoll, entwickelten sich zu Wachstumstreibern. Gleichzeitig verlor jedoch der Markt für Monitore.

Verlangsamtes Wachstum bei Elektrogroßgeräten

Schlugen die Elektrogroßgeräte im ersten Quartal noch mit einem Umsatzwachstum von 4,5 Prozent zu Buche, so blieb im zweiten Quartal immerhin ein Plus von 2,7 Prozent. Für das erste Halbjahr bedeutet dies ein Gesamtwachstum von 3,6 Prozent. Besonders gut verkauften sich Wäschetrockner, hier vor allem energieeffiziente Geräte mit Wärmepumpentechnologie.

Die wichtigsten Warengruppen – Kühlgeräte und Waschmaschinen – stagnierten dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal. Eine zentrale Rolle bei den Elektrogroßgeräten spielt das Thema Energieeffizienz, besonders bei den Wäschetrocknern mit Wärmepumpen sowie Kühl- und Gefriergreäte. Insgesamt zeigt der Teilmarkt einen Anstieg der Durchschnittspreise und einen Trend hin zu höherwertigen Produkten.

Fotomarkt uneinheitlich

Im Gegensatz dazu kämpft der Fotomarkt weiterhin mit einem Preisverfall, vor allem bei den Hauptumsatzträgern, den digitalen Kompakt- und Spiegelreflexkameras. Von der wachsende Verbreitung und dem steigenden Absatz von digitalen Spiegelreflexkameras profitiert jedoch der Zubehörmarkt mit Wechselobjektiven, Blitzgeräten und ähnlichem.

Sehr stark zulegen konnten zudem digitale Bilderrahmen, bei denen sinkende Preise durch das Mengenwachstum mehr als ausgeglichen wurden. Insgesamt jedoch liegt der Fotomarkt mit minus 6,8 Prozent (erstes Quartal) und minus 6,5 Prozent (zweites Quartal) weiter deutlich zurück.

Fast zweistellige Verluste beim Office Equipment

Der Umsatz im Bereich Office Equipment & Consumables (Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien) sank im zweiten Quartal um 9,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Dabei verloren fast alle beobachteten Warengruppen an Wert. Lediglich die Untergruppe Multifunktionale Geräte mit Lasertechnologie wies ein leichtes Umsatzplus auf.

Dass die umsatzstärkste Warengruppe der Druckerkartuschen verlor, ist insbesondere auf Verluste bei den gewerblichen Kunden zurückzuführen. Vergleichsweise stark vom Rückgang betroffen waren im zweiten Quartal zudem Beamer. Dies liegt jedoch an den hohen Gewinnen im Jahr 2008, die durch die Fußball-EM verbucht werden konnten.

Fußballfreie Zeiten verursachen Unterhaltungs-Minus

Das sportliche Großereignis im vergangenen Jahr wirkte sich direkt auf die Zahlen im Bereich Unterhaltungselektronik aus. So waren im zweiten Quartal 2008 die Umsätze um 19,2 Prozent angestiegen.

Vor allem Flachbildfernseher wurden massiv nachgefragt. Im Vergleich dazu gingen die Unterhaltungselektronikumsätze im zweiten Quartal 2009 um 11,4 Prozent zurück (Gesamthalbjahr: minus 0,4 Prozent). Vergleicht man das zweite Quartal 2009 jedoch mit 2007, liegt heute immer noch ein Plus von fast 6 Prozent vor.

Telekommunikation: Erholung setzt sich nicht fort

Die leichte Erholung, die der Bereich Telekommunikation zuletzt erlebt hat, setzt sich in den Monaten April bis Juni nicht fort. Im Vergleich zum Vorjahresquartal büßte der Markt 15,3 Prozent ein. Dies bedeutet einen Rückfall in die stark negativen Wachstumsraten des Jahres 2008.

Insbesondere die Verluste bei Mobiltelefonen prägen das negative Quartalsergebnis. Zwar geht der Trend hin zu höherwertigen Smartphones und Touchscreen-Mobiltelefonen, doch die Mengen- und Wertverluste wurden dadurch nicht aufgefangen.

Trotz mancher Verluste in den Teilsegmenten verhält sich der Markt der Elektrogeräte auch in der Krise insgesamt robust. Der GfK Temax zeigt, dass der Vergleich mit den guten Vorjahresergebnissen und der anhaltende Preisrückgang die Umsätze mindern. Eine generelle oder krisenbedingte Zurückhaltung der Konsumenten ist bei der Anschaffung von Elektrogeräten bisher nicht zu spüren.