Esprit muss im abgelaufenen Geschäftsjahr einen zweistelligen Umsatzrückgang verbuchen. Trotzdem gibt sich der Chef des Textilkonzerns optimistisch.

Esprit bleibt ein Sanierungsfall. Der Modekonzern rutschte in seinem bis Ende Juni reichenden Geschäftsjahr 2012/13 mit einem Verlust von knapp 4,4 Milliarden Hongkong-Dollar (derzeit knapp 430 Millionen Euro) tief in die Verlustzone. Ein zweistelliger Umsatzrückgang und umfangreiche Sonderbelastungen verhagelten die am Dienstag in Hongkong veröffentlichte Bilanz.

Esprit-Chef José Manuel Martinez will den seit längerem laufenden Konzernumbau weiter vorantreiben und dabei auch die Kosten drücken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen weltweit rund 1.700 Vollzeitarbeitsplätze weg.

Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen

"In einem schwierigen Jahr haben wir Schritt für Schritt die ersten Weichen für unser ehrgeiziges Ziel gestellt, unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen", erklärte Martinez, der vor einem Jahr an die Esprit-Spitze rückte. Er kam vom großen spanischen Konkurrenten Inditex, zudem unter anderem die Modekette Zara gehört.

Bei Esprit sollen die internen Prozesse effizienter werden, der Konzern will auf Modetrends rascher reagieren. Der eingeschlagene Kurs sei richtig, wie bereits die zweite Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres gezeigt habe, betonte Martinez. So flachte der Umsatzrückgang der fortgeführten konzerneigenen Läden in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres ab.

2012/2013 insgesamt schrumpfte der Konzernumsatz kräftig um 14 Prozent auf 25,9 Milliarden Hongkong-Dollar (gut 2,5 Milliarden Euro). Dabei spielten auch der Rückzug aus Nordamerika und die Schließung von unrentablen Läden eine Rolle. Der Modekonzern betrieb Ende Juni 2013 weltweit gut 1.000 eigene Läden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr standen dabei 107 Neueröffnungen 149 Ladenschließungen gegenüber.

Große Baustelle

Esprit-Produkte waren Ende Juni 2013 außerdem in rund 9.250 Shops von Handelspartnern erhältlich. Das sind weltweit fast 1.600 Shops von Handelspartner weniger als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze von Esprit sank von 12.400 auf 10.700.

Esprit ist bereits seit einigen Jahren eine große Baustelle: Im September 2011 wurden Gesamtinvestitionen von mehr als 18 Milliarden Hongkong-Dollar (damals 1,7 Milliarden Euro) in die Marke und das Modeunternehmen über einen Zeitraum von vier Jahren angekündigt.

Hintergrund war ein Gewinneinbruch 2010/11. Damals war der Konzerngewinn um 98 Prozent auf 79 Millionen Hongkong-Dollar eingebrochen. 2011/12 stieg der Konzerngewinn zwar wieder auf 873 Millionen Hongkong-Dollar an, der Umsatz ging jedoch schon damals zweistellig um fast elf Prozent deutlich zurück.