Esprit strengt sich an, um im harten Wettbewerb der Modeanbieter mithalten zu können. Der Modehändler will das Unternehmen in jeder Hinsicht umbauen. Zudem sollen neue Filialen eröffnet werden.

Der Modekonzern Esprit drückt bei seinem Umbau aufs Tempo - trotz der Staatsschuldenkrise in Europa und eines langsameren Wirtschaftswachstums in China.

"Wir werden große Anstrengungen unternehmen, um sicherzustellen, dass die neuen Initiativen noch schneller Ergebnisse erzielen", erklärte der Aufsichtsratschef Raymond Or am Mittwoch zur Bilanzvorlage.

Konkret geht es darum, Trendprodukte schneller in die Verkaufsstellen zu bringen und die neuen Ladenkonzepte beschleunigt umzusetzen.

Fast 1.000 Esprit-Verkaufsstätten mit einer Fläche von etwa 153.000 Quadratmetern sollen in dem seit Juli laufenden neuen Geschäftsjahr 2012/2013 umgestaltet werden. Das betreffe über 900 Shops von selbstständigen Handelspartnern und mehr als 90 eigene Läden, teilte der Konzern weiter mit, dessen Hauptquartier im rheinischen Ratingen steht.

Expansion in China

Außerdem sollen mehr als 60 eigene neue Läden mit Schwerpunkt in Europa entstehen. Allein in China ist in den nächsten Jahren die Eröffnung von etwa 900 Verkaufsstellen in 200 Städten vorgesehen.

Der scheidende Esprit-Chef Ronald van der Vis berichtete bei der Zahlenpräsentation in Hongkong von Fortschritten beim Konzernumbau, den er vor einem Jahr angeschoben hatte. "Wir bringen Esprit zurück auf die Einkaufslisten der Verbraucher." In Deutschland habe sich Esprit in acht von zwölf Monaten besser als der Markt entwickelt.

Jose Manuel Martínez Gutiérrez, der ihn am Mittwoch als Esprit-Chef ablöste, werde den Umbau fortsetzen. Martínez kommt vom spanischen Textil-Riesen Inditex, zu dem auch die Mode-Kette Zara gehört.

Umsatz sinkt, Gewinn steigt

Im Geschäftsjahr 2011/12 (Ende Juni) sank der Konzernumsatz von Esprit um fast elf Prozent auf 30,2 Milliarden Hongkong-Dollar (gut 3 Milliarden Euro). Dabei spielten das wirtschaftliche Umfeld, die Schließung unrentabler Läden sowie der Rückzug aus dem nordamerikanischen Markt eine Rolle.

Der Konzerngewinn stieg aber auf 873 Millionen Hongkong- Dollar (87,49 Millionen Euro), nachdem der Gewinn 2010/11 um 98 Prozent auf 79 Millionen Hongkong-Dollar eingebrochen war. Aufwendungen für die Straffung des Standortnetzes hatten damals das Ergebnis belastet.

Hohe Investitionen vorgesehen

Im September 2011 hatte Esprit Gesamtinvestitionen in Höhe von mehr als 18 Milliarden Hongkong-Dollar (damals 1,7 Milliarden Euro) in die Marke und das Unternehmen über einen Zeitraum von vier Jahren angekündigt.

Hintergrund war der Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 2010/11. Der Modekonzern betreibt weltweit über 1.000 eigene Läden. Die Produkte sind zudem in mehr als 10.000 Shops von Handelspartnern erhältlich. Der Modekonzern umfasst 12.400 Vollzeitarbeitsplätze.