Der Mai war nicht gerade gut für die Händler in Europa: Sowohl im Vergleich zum April als auch zum Vorjahr haben sie Umsatzrückgänge zu beklagen, meldet Eurostat. Der Grund dafür liegt allerdings auf der Hand.

Die europäischen Händler haben im Mai weniger verkauft: Sowohl in den 17 Ländern des Euroraums als auch in den 27 Ländern der gesamten Europäischen Union (EU) ging das das Absatzvolumen des Einzelhandels gegenüber April um 1,1 Prozent zurück, meldet das Europäische Statistikamt Eurostat.

Im April hatte der Einzelhandelsindex noch um 0,7 Prozent im Euroraum und 0,9 Prozent in der EU zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm der Einzelhandelsindex im Mai 2011 im Euroraum sogar um 1,9 Prozent und in der gesamten EU um 1,4 Prozent ab.

Weniger Lebensmittel und Tabak

Dabei wurden im Euroraum statistisch gesehen im Mai 2011 0,6 Prozent weniger Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren verkauft als im April, in der gesamten EU ging der Absatz dieser Warengruppe sogar um 1,8 Prozent zurück.

Dieser Rückgang war wohl der vor allem der Krise um den Darmkeim EHEC geschuldet, der besonders Einbrüche beim Gemüseverkauf zur Folge hatte.

Aber auch bei den "Nicht-Lebensmitteln" ging der Verkauf um 0,9 Prozent in den Euro-Ländern und um 1,1 Prozent in der gesamten EU zurück.

Was einzelne Mitgliedstaaten angeht, ist das Bild gemischt: Während in dreizehn Mitgliedstaaten das gesamte Einzelhandelsvolumen sank war, erhöhte es sich in acht. Für die restlichen sechs Länder liegen den Statistikern keine Zahlen vor. Die höchsten Zuwächse verzeichneten demnach Luxemburg mit einem Plus von 3 Prozent, Lettland mit 2 Prozent und Malta mit 1,5 Prozent.

Die Händler in Dänemark haben hingegen mit einem Minus von 3,7 Prozent den stärksten Rückgang zu beklagen, gefolgt von Portugal mit 3,1 Prozent und Deutschland mit einem Minus von 2,8 Prozent.

Minus auch im Jahresvergleich

Im Vergleich zum Mai 2010 verkauften die Händler im Euroraum statistisch gesehen 2,1 Prozent weniger Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren, in der gesamten EU waren es 2,4 Prozent weniger. Die Kategorie Nicht-Nahrungsmittel ging um 1,3 Prozent in den Euro-Ländern und insgesamt um 0,3 Prozent zurück.

Von den Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, war den Statistikern zufolge das gesamte Einzelhandelsvolumen in zehn Mitgliedstaaten rückläufig, während es sich in elf erhöhte. Die stärksten Rückgänge verzeichnete Portugal mit einem Minus von 8 Prozent im Vergleich zu Mai 2010, gefolgt von Spanien mit 7,7 Prozent und Rumänien mit 6 Prozent. Über die höchsten Zuwächse konnten sich Luxemburg mit 14,3 Prozent, Litauen mit 6,0 Prozent und Belgien mit einem Plus von 5,7 Prozent freuen.