Thomas Middelhoff kann die Arcandor-Pleite teuer zu stehen kommen. Laut einem Urteil hat der frühere Konzernchef eine "schuldhafte Pflichtverletzung" beim Verkauf einer Karstadt-Immobilie begangen. Nun geht es um die Höhe des Schadenersatzes.

Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff ist nach der Insolvenz des Essener Handels- und Touristikkonzerns "dem Grunde nach" zu Schadenersatz an den Insolvenzverwalter verpflichtet. Das hat das Essener Landgericht am Mittwoch entschieden (AZ: 41 O45/10).

Über die Höhe der Summe müsste nach Rechtskraft der Entscheidung gesondert verhandelt werden. Der Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch hatte Middelhoff sowie zehn weitere ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte ursprünglich auf Zahlung von 175 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Hintergrund sind fünf umstrittene und für das Unternehmen angeblich wirtschaftlich nachteilige Verkäufe von Karstadt-Immobilien an den Oppenheim-Esch-Fonds im Jahr 2005.

Nur Verkauf Karstadt Wiesbaden "schuldhafte Pflichtverletzung"

Landgericht erkannte nur im Falle des Verkaufs des Wiesbadener Karstadt-Hauses eine "schuldhafte Pflichtverletzung" von Middelhoff und drei weiteren früheren Vorständen. Allein den Schaden in diesem Fall beziffert der Insolvenzverwalter auf 30 bis 46 Millionen Euro. Eine Verhandlung über die Summe würde nach Ansicht der Richter "wahrscheinlich mehrere Jahre dauern". Die darüber hinaus geltend gemachten Ansprüche erkannte das Gericht nicht an.

In dem Zivilrechtsstreit hatte Hans GerdJauch als aktuellem Insolvenzverwalter über das Vermögen der Arcandor AG gegen Middelhoff und weitere frühere Manager Schadenersatz-Ansprüche in Höhe von 175 Millionen Euro geltend gemacht.