Die Elektro-Verbundgruppe Expert profitierte vom Boom der Flachbildschirm-Fernseher - und setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich mehr um.

Expert hat ein gutes Jahr hinter sich: Die 238 Gesellschafter der Gruppe setzten im Geschäftsjahr 2010/11 (bis 31. März) in 439 Elektromärkten und Fachgeschäften insgesamt vier Milliarden Euro um, nach 3,6 Milliarden im Vorjahr.

Dabei blieb die Verbundgruppe dem Trend zu großen Märkten treu. Die Verkaufsfläche stieg um 20.000 auf 365.000 Quadratmeter. "Allerdings legen wir größten Wert darauf, dass in unseren Fachmärkten die Kompetenz des Fachhandels steckt", sagte Unternehmenschef Volker Müller in Hannover.

Fernsehgeräte hui, MP3-Player pfui

Die Elektrohändlerkette berichtete über kräftig steigende Umsätze bei Unterhaltungselektronik. Dabei seien die Fernsehgeräte am wichtigsten. "In keinem anderen Segment steckt so viel Dynamik", sagte Müller.

Die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft trage dazu ebenso bei wie neue technische Entwicklungen, etwa zum 3D-Fernsehen. Darüber hinaus würden auch Geräte immer wichtiger, die Fernsehen und Internet verbinden.

Rückläufig seien die Umsätze bei MP3-Playern, Navigationsgeräten und Digitalkameras - sie litten unter dem Vormarsch der Smartphones, die ebenso wie Tablet-PCs große Zuwächse verzeichneten. Aber auch Note- und Netbooks seien weiterhin gefragt.

Keine PC-Kannibalisierung

"Der befürchtete Kannibalisierungsprozess zwischen Tablet-PCs und Notebooks ist ausgeblieben", betonte Müller.

Bei Haushaltsgeräten, der sogenannten Weißen Ware, waren Waschmaschinen und Trockner nach den Worten Müllers die Hauptumsatzträger. In diesem Segment werde Energiesparen immer wichtiger: "Energiesparen ist kein Trend mehr, es ist zum entscheidenden Kaufkriterium geworden."

Im Geschäftsjahr 2009 hatte Expert eine noch bessere Bilanz geschafft: Der Umsatz der Verbundgruppe wuchs damals zweistellig.