Energieeffiziente Geräte müssen das ausgleichen, was bei Unterhaltungselektronik verloren wird. Der Verkauf von TV-Apparaten könnte allerdings durch die Fußball-EM in Frankreich Schwung bekommen, erhofft sich die Verbundgruppe Expert.

Dank der Nachfrage nach energieeffizienten Hausgeräten hat Expert seinen Innenumsatz beinahe gehalten. Die Verbundgruppe im Elektronikhandel verzeichnete im Geschäftsjahr 2015/2016 (31. März) hier leichten Rückgang um 0,2 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro. Der Innenumsatz steht für den Einkauf der angeschlossen Gesellschafter, sprich Mitglieder der Kooperation. Dank dieser guten Zahl habe das Unternehmen seine Position im umkämpften Markt verteidigt, teilte der Vorstandschef der Expert AG, Volker Müller, an diesem Donnerstag mit. 

Zum Gewinn machte die Kette mit Sitz in Langenhagen bei Hannover keine Angaben. Ebenso teilte Expert auch die Höhe des Außenumsatzes nicht mit, also was letztlich per Verkauf über die Ladentheke erlöst wurde.

Unterhaltungselektronik ist das Problemsegment

Die Mitglieder durften sich im abgelaufenen Geschäftsjahr über eine Gewinnausschüttung von 189,5 Millionen Euro freuen, das ist eine geringfügige Steigerung von 6,3 auf 6,4 Prozent vom jahresbonuspflichtigen Umsatz.

Der Umsatz mit Hausgeräten stieg um 3,6 Prozent, vor allem energiesparende Geräte waren erneut gefragt. Damit habe das Segment erstmals die Unterhaltungselektronik inklusive Foto überflügelt - dieser Sektor kam auf einen Umsatzrückgang um 6,1 Prozent. Das Unternehmen begründete dies mit fehlenden sportlichen Großereignissen im abgelaufenen Geschäftsjahr. Im laufenden Geschäftsjahr setzt Expert in der Sparte Unterhaltungselektronik auf die Fußball-Europameisterschaft. Dafür hatte Expert den ehemaligen Nationalspieler und heutigen TV-Kommentator Mehmet Scholl als so genannten Markenbotschafter verpflichtet.

Onlineangebot mit "Virtual Shelf"

Laut Plan sei die Umsetzung der Multichannel-Strategie verlaufen, teilt die Kooperation weiter mit. Ziel dabei ist, die Kunden online über das Sortiment der lokalen Expert-Händler zu informieren. Derzeit seien über 30.000 Artikel online abrufbar, inklusive Preise, Verfügbarkeitsstatus und Möglichkeit der Reservierung.

Zudem will Expert das System "Virtual Shelf" ausbauen. Hier soll das stationäre mit dem Angebot im Netz verknüpft werden. Der erste Testlauf fand in der Innovationsfiliale in Schwerin statt, nun sollen weitere Standorte damit erschlossen werden. "Darüber hinaus testen wir bis zum Start des Saisonsgeschäfts den Einsatz von dezentralen Shops. Künftig könnte dann die Ware direkt aus den Bestnden des jeweiligen Fachhändlers kommisioniert und per 'same day delivery' geliefert werden", kündigt Expert-Vorstand Stefan Müller an.

An dem Onlineangebot beteiligen sich derzeit 302 Fachgeschäfte und -märkte, teilt die Verbundgruppe mit. In den zurückliegenden sechs Monaten seien 120.000 Online-Vorgänge registriert worden. Zum Umsatzvolumen machte Expert ebenfalls keine Angaben.

Zum Ende des Geschäftsjahres gehörten zu Expert 210 Gesellschafter und Mitglieder mit 443 Standorten. Die Zahl der Fachmärkte erhöhte sich auf 271. Als Fachmarkt gilt ein Geschäft mit einer Verkaufsfläche ab 800 Quadratmeter.