Der Investor, der in Duisburg ein FOC bauen will, hat nun doch die Grundererwerbssteuer für den Kauf des städtischen Grundstücks gezahlt. Dies war jedoch nur einer der Streitpunkte rund um das Projekt.

Die German Development Group (GDG), hinter der eine niederländische Investorengruppe steht, hatte sich zunächst geweigert, die fällige Grunderwerbssteuer vor Erteilung der Baugenehmigung für das FOC in Duisburg zu entrichten.

Die Stadt Duisburg hatte daraufhin eine Frist gesetzt und sich vorbehalten, vom Kaufvertrag für das Grundstück, auf dem unter anderen die Rhein-Ruhr-Halle steht, zurückzutreten. Der Entwickler des geplanten FOC zahlte am gestrigen Donnerstag dann doch, wie lokale Medien berichten.

Zuvor war bereits das Immobilienunternehmen Immeo, das das angrenzende Siedlungsgelände "Ziegelhütte" an den Investor veräußert hatte, von seinem Vertrag mit der GDG zurückgetreten und hatte die Umsiedlungen der Mieter vorläufig gestoppt. Auch in diesem Fall war es um Forderungen des Finanzamtes Duisburg-West gegangen. Insgesamt forderte das Finanzamt rund 900.000 Euro von dem Investor.

Größtes Fabrikverkaufscenter in NRW

Mit der nun bestätigten Zahlung ist zwar der seit Wochen andauernde Steuerstreit vom Tisch. Das FOC Duisburg bleibt dennoch umstritten. Mit einer Endgröße von 33.000 Quadratmetern soll das Center an der Grenze der Duisburger Stadtteile Hamborn und Marxloh das größte in Nordrhein-Westfalen werden.

In der ersten Bauphase, die nach Angaben des Investors bereits Anfang Dezember 2012 beginnen könnte, sollen zunächst 95 Geschäfte auf einer Gesamtfläche von 19.000 Quadratmetern und 2.000 Parkplätze entstehen. 2014 soll der erste Teil des FOC eröffnet werden, 2017 das Gesamtareal fertiggestellt sein.

Die German Development Group investiert nach eigenen Angaben rund 125 Millionen Euro in das Vorhaben. Zwar ist Duisburg eine der ärmsten Städte Deutschlands, aber: "Mit mehr als 13,5 Millionen Kunden in einem Umkreis von 60 Minuten Fahrtzeit ist es eine der besten europäischen Gegenden für den Outlet-Handel", sagt Roger Sevenheck, Geschäftsführender Gesellschafter der GDG.

Konkurrenz für Roermond

Derzeit fließt viel Kaufkraft aus NRW in das Designer Outlet Center im niederländischen Roermond, wo man jährlich rund 3,75 Millionen Besucher zählt. Im neuen FOC Duisburg sollen rund 800 Voll- und Teilzeitarbeitsplätze entstehen.

Dennoch spaltet das Projekt die Menschen in Duisburg und Umgebung in zwei Lager. Ungeklärt ist weiterhin das Problem eines ungenügenden Sicherheitsabstandes zu den Chemielagerstätten der benachbarten Grillo-Werke.

Außerdem halten die Proteste der Mieter in der Ziegelhüttensiedlung an, die dem neuen FOC weichen soll. Rund 1.000 Mieter in knapp 400 Wohnungen sind von dem Abriss betroffen. 150 Wohnungen sollen derzeit noch bewohnt sein.

Es bleibt spannend, ob damit der anvisierte Baubeginn in drei Wochen eingehalten werden kann.