Die Pläne der Schufa, öffentliche Webdaten zur Beurteilung der Bonität zu nutzen, hatten eine Welle der Empörung ausgelöst. Nun wurde das Projekt begraben.

Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat das umstrittene Forschungsprojekt mit der Auskunftei Schufa gekündigt. Wegen "Missverständnissen in der Öffentlichkeit über den vereinbarten Forschungsansatz" könne das Projekt nicht "unbelastet und mit der nötigen Ruhe" durchgeführt werden, teilte HPI-Direktor Dr. Christoph Meinel heute mit.

Das Bekanntwerden des Forschungsprojektes, als dessen Ziel die "Grundlagenforschung rund um die technische Verarbeitung öffentlicher Web-Daten" genannt wurde, hatte in den vergangenen Tagen nicht nur Verbraucherschützer und Politik auf den Plan gerufen. Es wurde befürchtet, die Schufa wolle Soziale Netzwerke als Datenquelle zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Privatpersonen nutzen. 

Auslöser der Empörungswelle waren Anfang der Woche Berichte des NDR, wonach die Schufa über Facebook beispielsweise Beziehungen zwischen Personen untersuchen und dadurch Zusammenhänge zur Kreditwürdigkeit herstellen wolle. Auch berufliche Netzwerke wie Xing oder LinkedIn, Geodatendienste wie Google Street View oder den Autorenkatalog der Deutschen Nationalbibliothek wollte die Auskunftei ausforschen.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hatte die Schufa-Pläne als "Schnapsidee" bezeichnet und gewarnt, die Auskunftei könne nicht zum "Big Brother der Wirtschaft" werden.