In einem offenen Brief lehnt der Verband Deutscher Sportfachhandel eine Staatsbürgschaft für Karstadt ab: Das Unternehmen habe sich „selbst in Schwierigkeiten gebracht".

Im offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg macht der Verband darauf aufmerksam, dass die Schieflage der Wettbewerber Karstadt und Karstadt Sport nichts mit der vorliegenden allgemeinen Finanzkrise zu tun habe.

Eine "ausführlichen Rücksprache" mit den beiden großen mittelständischen Branchen-Verbundgruppen Intersport und Sport 2000 habe die Verbandsauffassung bestätigt, wonach sich Karstadt mit seinen Sportabteilungen "durch einen jahrelangen, gnadenlos über den Preis geführten Verdrängungswettbewerb selbst in die augenblickliche Lage gebracht hat."

Staatshilfe „nicht nachvollziehbar"

"Als mittelständische Fachhändler haben wir all die Jahre diesem Wettbewerb unter großen Anstrengungen standgehalten und mit minimalen Gewinnen unsere Marktposition gehalten", heißt es in dem Brief.

Deshalb wäre es nicht nachvollziehbar, "wenn es eine kurzfristige Entscheidung der Bundesregierung gäbe, dem Ersuchen des Konzerns um eine Bürgschaft in Höhe von über 600 Millionen Euro nachzukommen."

Die Verbandsspitze kritisiert das Geschäftsgebaren des Konkurrenten scharf: "Im Gegensatz zur ehemaligen Karstadt-Quelle AG sind wir mit unseren Investitionen sorgfältig umgegangen und haben nicht mehr ausgegeben als wir eingenommen haben."

Der Brief wurde vom VDS-Präsidenten Werner Haizmann sowie von Klaus Jost, Vorstand der Intersport eG, unterschrieben.