Das Zukunftsinstitut hat die Marktchancen für Produkte aus Fairem Handel untersucht und rechnet mit hohen Steigerungsraten. "Gut statt Geiz", laute das neue Motto der Konsumenten, so die Trendforscher.

"Die Bio-Sortimente haben in den vergangenen Jahren eine massive Marktdurchdringung erreicht. Wir gehen davon aus, dass Produkte aus dem Fairen Handel die gleiche Entwicklung vor sich haben", fasst Thomas Huber vom Zukunftsinstitut die Ergebnisse einer aktuellen Trendstudie zusammen.

Insbesondere in den westlichen Ländern verzeichne der faire Handel seit Jahren enorme Steigerungsraten. In Deutschland kennen laut einer repräsentativen Umfrage zur Studie 81 Prozent der Konsumenten das Fair-Trade-Siegel. Die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) kauft "gelegentlich" und 12 Prozent "regelmäßig" bis "so oft es geht" Produkte aus Fairem Handel.

Als Haupthinderungsgrund für einen verstärkten Konsum von fair gehandelten Waren nennen die Konsumenten Unklarheiten bei den jeweiligen Siegeln sowie mangelnde Informationen. Erst an dritter Stelle folgt der Preis. Die Hälfte der Umfrageteilnehmer ist nach eigenen Angaben bereit, einen 10 Prozent höheren Preis für fair gehandelte Produkte zu zahlen.

Der "Conscious Consumer" legt Wert auf Faires Handeln

Grafik: Zukunftsinstitut
Grafik: Zukunftsinstitut
Laut Zukunftsforscher Thomas Huber folgt die positive Einstellung der Verbraucher gegenüber dem Thema einem generellen gesellschaftlichen Trend, der Rückbesinnung auf Gemeinschaft und Netzwerke. Den heutigen Konsumenten beschreibt Huber als "bewussten Konsumenten" ("Conscious Consumer"), der sich Gedanken um die Herkunft der Produkte, gesundheitlichen Mehrwert und das Thema "Nachhaltigkeit" mache. "Der Faire Handel ist längst keine Nische mehr, er ist auf dem Weg zum Mainstream", urteilt Huber.

Die Studie des renommierten Zukunftsinstituts wurde von der Messegesellschaft Westfallenhallen Dortmund in Auftrag gegeben, die vom 6. bis 8. September 2013 die Fachmesse "Fair 2013" rund um den fairen Handel veranstaltet. Dort soll unter anderem das erste fair produzierte Smartphone der niederländischen Firma Fairphone der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

"Die 'Fair 2013' ist die größte Messe für Fairen Handel in Deutschland", erläutert Dr. Inge Scholz, Projektleiterin der Westfallenhallen Dortmund GmbH. "Wir haben das Konzept der Messe erweitert und widmen uns in diesem Jahr auch den Themen gemeinschaftlicher Konsum, Re- und Up-Cycling sowie nachhaltigen Geldanlagen und Tourismus."

Im vergangenen Jahr kamen rund 3.200 Besucher zu der seit 2010 veranstalteten Messe. Der Fachbesucheranteil lag bei rund 40 Prozent.

hb


Die Trendstudie des Zukunftsinstituts von Matthias Horx zum Fairen Handel können Sie
Foto: Messehallen Dortmund GmbH
Foto: Messehallen Dortmund GmbH
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