Vor 35 Jahren wurde die Organisation Gepa gegründet. Die Pioniere des Fairen Handels konnten auch im vergangenen Geschäftsjahr leicht zulegen. Hauptumsatzträger ist nach wie vor fairer Kaffee.

Vor genau 35 Jahren gründeten die beiden großen Kirchen und Jugendverbände die Gepa, fünf Jahre später wurde das erste Päckchen Gepa-Nicaragua-Kaffee in einem Weltladen verkauft. Mittlerweile beliefert das Unternehmen rund 800 Weltläden und 6.000 private Aktionsgruppen.

Im vergangenen Geschäftsjahr 09/10 (Stichtag: 31. März 2010) wurden für 84,0 Millionen Euro GEPA-Produkte gekauft, teilte das Unternehmen mit. Auf der Großhandelsebene stieg der Umsatz um 1,5 Prozent auf 54,4 Millionen Euro.

"In Zeiten von vielfältigen Finanzkrisen und immer mehr Anbietern von Produkten mit mehr oder minder sozialem Hintergrund hat sich der Faire Handel der Gepa gut behauptet", sagte Geschäftsführer Thomas Speck.

Fair gehandelter Kaffee bleibt Verkaufsschlager

Unter den mehr als 1.300 verschiedenen Produkten liegt Kaffee nach wie vor weit vorn: Trotz des umkämpften Markts im Handel legte der Kaffee-Umsatz um 4 Prozent auf 24,3 Millionen Euro zu.

Mehr als 70 Prozent der Produkte stammten aus Bio-Anbau. Das Unternehmen war 1975 von den beiden großen Kirchen gegründet worden, um zu fairen Bedingungen hergestellte Waren aus der Dritten Welt zu vertreiben.

Lebensmittel und Handwerksartikel blieben mit etwa 27,2 Millionen Euro beziehungsweise 2,8 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Zum Sortiment gehören unter anderem Reis, Tee, Nüsse, Schokolade, Saft, Gewürzsoßen Keramik, Körbe, Fußbälle, Textilien und Schmuck.

Länderspiele mit fairem Kaffee

Beim Vertrieb der Gepa-Produkte aus etwa 40 Ländern des Südens spielten die Weltläden sowie private Aktionsgruppen die wichtigste Rolle: Hier wurden 22,5 Millionen Euro erlöst.

Im Lebensmittel-, Bio- und Naturkosthandel fasste die Gepa weiter Fuß: Der Bereich legte um 6,3 Prozent auf rund 15 Millionen Euro zu. Der Vertriebsbereich Großverbraucher - darunter viele Betriebskantinen und Cafés - blieb mit 6 Millionen Euro Umsatz stabil.

Auch bei den Länderspielen der Fußballnationalmannschaft wird inzwischen in den Stadien fairer Kaffee ausgeschenkt.

Der Gesamtumsatz mit fair gehandelten Produkten in Deutschland legte im vergangenen Jahr um 26 Prozent zu und stieg damit zum sechsten Mal in Folge.

dpa, DH